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Neurologen untersuchen Wiedererlangung des Sprachvermögens nach Schlaganfall

Donnerstag, 18. April 2019

/dpa

Greifswald – Wissenschaftler der Universitätsmedizin Greifswald haben die Wirksamkeit der Gleichstromstimulation bei der Wiedererlangung des Sprachvermögens nach einem Schlaganfall untersucht. Während rund die Hälfte der Patienten ihre Sprache durch intensives Sprachtraining wiedererlangte, hat die Sprachstörung in der anderen Hälfte einen langwierigen und chronischen Verlauf, wie die Forscher mitteilten.

„Dieser Umstand bekräftigt die Dringlichkeit neuer Strategien in der Behandlung chroni­scher Aphasien, so etwa der therapiebegleitende Einsatz der Gleichstromstimulation („transcranial direct current stimulation, tDCS)“, sagte die Direktorin der Neurologischen Klinik an der Universitätsmedizin Greifswald (UMG), Agnes Flöel.

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Dabei handelt es sich laut der Klinik um ein gut verträgliches und in der Anwendung kos­tengünstiges Verfahren. Parallel zum Sprachtraining werden dabei die entsprechenden Sprachareale im Gehirn durch leichte elektrische Impulse stimuliert, um die Lernabläufe zu erleichtern.

Bislang haben den Forschern zufolge kleinere Studien vielversprechende Ergebnisse gezeitigt. Es sei daher an der Zeit, das Verfahren in einer größeren multizentrischen, wissen­schaft­lichen Studie mit ausreichender Probandenanzahl, Behandlungsdauer und aussagekräftigen diagnostischen Instrumenten zu untersuchen. 

„Das Ziel unserer Studie besteht darin, einen therapeutischen Mehrwert durch das noch relativ junge Verfahren bei chronischen Aphasien eindeutig nachzuweisen“, betonte Flöel.

Um dieses Ziel zu erreichen, sollen in den kommenden zwei Jahren 130 Menschen mit chronischen Aphasien, mindestens sechs Monate nach Beginn der Erkrankung, in 15 teil­nehmenden Studienzentren zufällig einer von zwei Behandlungsformen mit und ohne Gleichstromstimulation zugewiesen werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt mit 1,5 Millionen Euro.

In Deutschland erleiden jährlich rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Ein Drittel der Überlebenden sind von einer Aphasie betroffen, einer Sprachstörung als direkte Folge des Schlaganfalls. Der Verlust des Sprachvermögens kann aber auch durch Kopfverletzun­gen nach einem Unfall, durch einen Tumor oder entzündliche Gehirnprozesse ausgelöst werden. © hil/aerzteblatt.de

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