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Medizin

Smartphone ist für Kinder und Jugendliche besonderer Risikofaktor im Straßenverkehr

Dienstag, 23. April 2019

/bnenin, stockadobecom

Leipzig – Eine Fallserie von smartphonebezogenen Unfällen bei Kindern und Jugendli­chen haben Ärzte der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie des Universitäts­klinikums Leipzig (UKL) veröffentlicht. Die Arbeit ist in der Fachzeitschrift Pediatric Emergency Care erschienen (2019; doi: 10.1097/PEC.0000000000001781). Laut der Arbeitsgruppe nehmen diese Unfälle immer mehr zu. 

Bei der Fallserie geht es um sogenannte „Smombies“ – ein Kunstwort aus den Begriffen „Smartphone“ und „Zombie“. Gemeint sind Menschen, die durch den ständigen Blick auf ihr Telefon so stark abgelenkt sind, dass sie ihre Umgebung kaum noch wahrnehmen. „Smombies stoßen mit anderen Fußgängern oder Radfahrern zusammen oder laufen, ohne den Blick zu heben, über die Straße“, erklärte Martin Lacher, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL.

In ihrer Studie untersuchten die Kinderchirurgen alle Fälle, in denen das Smartphone eine Rolle spielte. 8 der 10 von ihnen gesammelten Fälle geschahen erst 2016 oder später.

Mehrere Mädchen erlitten dabei schwere Verletzungen: Ein mit 30 Kilometer pro Stunde fah­rendes Auto erfasste eine 12-Jährige, die die Straße überquerte und dabei ausschließlich auf ihr Smartphone schaute – Diagnose Beckenringfraktur. Eine 16-Jährige fiel in einer Silvesternacht durch ein Glasdach, als sie ein Foto von sich selbst machte. Sie erlitt mul­ti­ple Wirbelkörperfrakturen und Schnitte an der Hand. Einem weiteren Mädchen, eben­falls 16, rollte ein Auto über die Hand, als sie ihr Smartphone von der Straße aufheben wollte. 

Laut der Arbeitsgruppe dürfte die Dunkelziffer von smartphonebezogenen Unfällen bei Kindern und Jugendlichen wesentlich höher sein, als im Augenblick bekannt, denn viele Verletzte gingen nicht zum Arzt oder würden das Mobiltelefon nicht als Grund der Verlet­zung angeben.

„Bald werden wir den ersten Todesfall in Deutschland erleben. Da bin ich mir ziemlich sicher“, so der UKL-Klinikdirektor. Er forderte Erziehungsberechtigte auf, ihre Vorbildrolle ernster zu nehmen und Kinder und Jugendliche auf die Gefahr der Smartphonenutzung im Straßenverkehr aufmerksam zu machen.

Lacher weist darauf hin, dass international auch weitere Möglichkeiten erprobt würden, die Sicherheit für Smartphonenutzer zu erhöhen, zum Beispiel Ampeln, die am Boden installiert seien. Ob derartige Konzepte sinnvoll sind, sei zu diskutieren, so der Kinder­chirurg. © hil/aerzteblatt.de

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