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Medizin

Invasive Pilzinfektionen werden als Gefahr oft unterschätzt

Dienstag, 23. April 2019

/dpa

Köln – Invasive Pilzinfektionen sind eine oft unterschätzte Gefahr für hospitalisierte und immunsupprimierte Patienten. Sie zählen zu den am häufigsten übersehenen Todesursa­chen bei Intensivpatienten. In der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 271–8) weisen Marie von Lilienfeld-Toal und Co-Autoren zudem darauf hin, dass sich die therapeutischen Herausforderungen bei invasiven Pilzinfektio­nen in den vergangenen 20 Jahren verändert hätten.

So seien neue oder resistente Erreger zu verzeichnen, und ein erweitertes Repertoire an Antimykotika stehe zur Verfügung, während gleichzeitig Zahl und Heterogenität der Risiko­patienten für invasive Pilzinfektionen zugenommen hätten. Klinische Risikofak­to­ren für Patienten sind unter anderem angeborene Immundefekte, allogene Stammzell­transplantation, medikamentöse Immunsuppression oder Prednisontherapie. Als Risiko­gruppen gelten auch Intensivpatienten, Patienten mit Lungenerkrankungen und/oder schwer verlaufender Influenza.

Durch die Entwicklungen der vergangenen Jahre seien die Anforderungen an die mykolo­gi­sche Diagnostik gestiegen, betonen die Autoren. In interdisziplinärer Kooperation müssten klinische, radiologische und mikrobiologische Befunde berücksichtigt werden. Für die Therapie stehen bei Infektionen durch Candida spp. insbesondere Echinocandine und für Infektionen durch Aspergillus spp. insbesondere Azolantimykotika zur Verfügung.

Allerdings ist die Anwendung der Therapeutika auch abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort. So sind bei der Therapieentscheidung auch die teilweise gravierenden uner­wünsch­ten Wirkungen von Antimykotika (zum Beispiel Beeinträchtigung der Leber- und/­oder Nierenfunktion) sowie die zahlreichen Wechselwirkungen einiger Substanzen mit anderen Therapeutika zu berücksichtigen.

Aufgrund der Entwicklung von Resistenzen gegen wichtige Antimykotikaklassen sollten kulturelle Anzucht und genaue Differenzierung der Erreger sowie eine Empfindlichkeits­testung angestrebt werden.

Die Autoren fordern, die Resistenzentwicklung bei Pilzen in nationale Aktionspläne wie die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie aufzunehmen. Eine Reduktion entsprechen­der Programme auf Bakterien würde einer weiteren Ausbreitung von Antimyotika­resis­tenzen Vorschub leisten. © ds/aerzteblatt.de

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