NewsAuslandSchweizer müssen über Organspende abstimmen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Schweizer müssen über Organspende abstimmen

Mittwoch, 24. April 2019

/dpa

Bern – Das Thema Organspende kommt nun auch in der Schweiz auf die politische Ta­gesordnung. Die Volksinitiative „Organspende fördern – Leben retten“ sammelte 112.600 Unterschriften und erreichte damit, dass die Schweizer per Volksabstimmung zu den Ur­nen gerufen werden, wie die Regierung gestern in Bern mitteilte. Ziel der Kampagne ist die Einführung einer Widerspruchslösung. Danach wäre jeder Bürger ein potenzieller Or­ganspender, außer, er hat ausdrücklich widersprochen.

Das im Oktober 2017 lancierte Volksbegehren sieht eine Verfassungsänderung vor, die auf dem Grundsatz einer „vermuteten Zustimmung“ beruht. Bislang sind Organspenden wie in Deutschland nur möglich, wenn der potenzielle Spender zu Lebzeiten ausdrücklich mittels Spendekarte oder Patientenverfügung sein Einverständnis zur Organentnahme gegeben hat. Ist nichts dokumentiert, entscheiden im Todesfall die Angehörigen im mut­maßlichen Sinne des Verstorbenen. Die Initiative hat zum Ziel, die Anzahl potenzieller Spender zu erhöhen.

Anzeige

Hinter der Initiative steht die Jeune Chambre International (JCI), eine weltweite Vereini­gung von Menschen im Alter von 18 bis 40 Jahren mit mehr als 200.000 Mitgliedern. Das Volksbegehren wird von Swisstransplant unterstützt, der nationalen Stiftung für Organ­spende und Transplantation.

Auch in Deutschland gibt es derzeit eine fraktionsübergreifende Gruppe von Politikern um Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU), die eine Widerspruchslösung einführen wollen. Eine andere Gruppe will bei der bisherigen Regelung bleiben; allerdings sollen die Bürger immer wieder aufgefordert werden, ihre Haltung zur Organspende zu doku­men­tieren. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

23. Mai 2019
Berlin – Zum Hauptstadtkongress geladene Theologen glauben nicht, dass sich durch die Einführung einer Widerspruchslösung bei der Organspende – wie sie Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU)
Theologen sehen Kommunikationsprobleme bei der Organspende
16. Mai 2019
Berlin – Über eine Reform der Organspende will das Parlament in der ersten Juniwoche beraten. Das kündigte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach heute vor der Presse an. Zur Debatte stehen zwei
Bundestag will Anfang Juni über Organspende beraten
15. Mai 2019
Berlin – Fast zwei Drittel der Deutschen wären Organspender, wenn sie diesen Status automatisch von Geburt an hätten. Aktuell besitzen gerade einmal 36 Prozent der Bundesbürger einen
Mehr als 60 Prozent der Deutschen wären bei Widerspruchslösung Organspender
13. Mai 2019
Passau – In der Debatte um eine Reform bei der Organspende spricht sich offenbar die relative Mehrheit der CSU-Mitglieder für den Vorschlag von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) aus. Nach der
Unterstützung in der CSU für Widerspruchslösung
9. Mai 2019
Berlin – Mit einer Kampagne wollen Politiker, Prominente und Mediziner für die Einführung der Widerspruchslösung bei der Organspende werben. Im Rahmen des Bündnisses „Leben spenden“ hat die ehemalige
Prominente werben für Widerspruchslösung bei Organspenden
8. Mai 2019
Essen – Der Direktor der Chirurgie an der Essener Universitätsklinik ist endgültig vom Vorwurf entlastet, für medizinisch nicht notwendige Lebertransplantationen und den Tod eines Patienten
Ermittlungen gegen Chirurgen der Uniklinik Essen eingestellt
7. Mai 2019
Passau – Das Modell einer Entscheidungslösung, das gestern eine Abgeordnetengruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock, vorgelegt hatte, stößt beim SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach auf Skepsis.
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER