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Pensionskassen leiden unter Zinsflaute

Mittwoch, 24. April 2019

/DOC RABE Media, stockadobecom

Köln – Die Zinsflaute setzt Pensionskassen unter Druck – mit möglicherweise negativen Folgen für Betriebsrentner. „Bislang gibt es an der Niedrigzinsfront keine Entspannung. Das können Pensionskassen auf lange Sicht nur mit einer entsprechenden Kapitalaus­stattung durchhalten“, sagte Friedemann Lucius, Vorsitzender des Instituts der Versiche­rungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung. Gerät eine Kasse in Schief­lage, könnten im Extremfall sogar die laufenden Betriebsrenten gekürzt werden.

„Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung muss der Arbeitgeber diese Kürzungen aus­glei­chen“, erläuterte Lucius. Wenn der Arbeitgeber insolvent sei, hätten Betroffene aber erstmal keine Chance auf Ausgleich. Lucius sieht hier den Gesetzgeber in der Pflicht. „Das Thema liegt beim Europäischen Gerichtshof. Es könnte durchaus sein, dass auch für diese Fälle eine gesetzliche Insolvenzabsicherung kommt“, sagte Lucius zu Beginn der Jahres­tagung der Aktuare (Versicherungsmathematiker) in Düsseldorf.

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Für Schlagzeilen sorgten jüngst die Probleme mehrerer Versorgungseinrichtungen, etwa der Caritas Pensionskasse mit rund 25.000 Versicherten. Die Zinsflaute erschwert es den Einrichtungen, die hohen Zinsversprechen der Vergangenheit zu erwirtschaften.

Die Finanzaufsicht Bafin drängt die Träger der Kassen, – die Arbeitgeber – Geld nachzu­schießen, um Kürzungen der Betriebsrente zu vermeiden. Zuletzt hatte die Finanzaufsicht 31 der 137 Pensionskassen unter intensiver Beobachtung. Ende 2017 hatten nach Daten des Bundesarbeitsministeriums 5,03 Millionen aktiv Versicherte Anwartschaften bei einer Pensionskasse.

Nach Lucius Erfahrungen ist es aber nicht immer einfach, alle Träger einer Kasse davon zu überzeugen, dass sie Kapital nachschießen. „Je größer die Zahl der Arbeitgeber und je heterogener ihre Interessen, desto schwieriger ist es, eine gemeinsame Linie zu finden“, der Vorsitzende der Standesvertretung der deutschen Pensionsaktuare. © dpa/aerzteblatt.de

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