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Ausland

Früheren US-Pharma-Managern droht wegen verantwortungslosen Opioidhandels Haft

Mittwoch, 24. April 2019

Geoffrey Berman /dpa

New York – Weil sie inmitten der Schmerzmittel-Suchtkrise in den USA verdächtige Opi­oid­bestellungen nicht bei den Behörden meldeten, ist gegen zwei ehemalige Pharma­manager ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Es sei das erste Mal, dass die US-Justiz im Zusammenhang mit der Opioidkrise strafrechtlich gegen zum Tatzeitpunkt hoch­rangige Pharmavertreter vorgehe, hob der New Yorker Staatsanwalt Geoffrey Berman gestern in einer Erklärung hervor.

In dem Verfahren geht es um Geschäftspraktiken der Rochester Drug Cooperative (RDC), einem der größten Arzneimittelgroßhändler in den USA, die verschreibungspflichtige Opioide vertreiben. Im Visier der Behörden sind der ehemalige Firmenchef, der heute 75-jährige Laurence Doud, sowie der Ex-Manager für Regeleinhaltung, der 53-jährige Willi­am Pietruszewski. Den beiden und dem Unternehmen werde der Handel mit Medikamen­ten vorgeworfen, „die die Opioid-Krise befeuern, die dieses Land verheeren“, erklärte Berman.

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Den Ermittlungen zufolge meldete RDC zwischen 2012 und 2017 mindestens 2.000 ver­dächtige Medikamentenbestellungen nicht an die Drogenbekämpfungsbehörde DEA und verstieß damit gegen eine entsprechende Vorschrift. RDC-Mitarbeiter hätten auch in Gesprächen mit Doud und Pietruszewski einige Kunden und bestimmte Apotheken als „sehr verdächtig“ bezeichnet. Dennoch habe RDC seine Verkäufe der schnell süchtig machenden Schmerzmittel Fentanyl und Oxycodon „exponentiell gesteigert“, kritisierte Staatsanwalt Berman.

Doud und Pietruszewski droht nun wegen Verschwörung zum Verkauf reglementierter Substanzen eine Haftstrafe zwischen zehn Jahren und lebenslang. Doud wurde gestern festgenommen, kam aber gegen eine Kaution von 500.000 Dollar (445.000 Euro) auf freien Fuß. Sein Ex-Manager Pietruszewski bekannte sich bereits schuldig.

Das Unternehmen RDC hat mit einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft einen Prozess und den Verlust seiner Handelslizenz abgewendet. Es willigte ein, 20 Millionen Dollar Strafe zu zahlen und seine Geschäftspraktiken zu ändern. Laut Dokumenten der Staatsanwalt­schaft beliefert RDC rund 1.300 Apotheken und hat einen Jahresumsatz vom mehr als einer Milliarde Dollar.

In den USA hat der Missbrauch von Schmerzmitteln in den vergangenen Jahren stark zu­genommen. Durch Überdosen von Opiaten wie Fentanyl starben 2017 nach Behörden­an­gaben rund 47.600 Menschen. US-Präsident Donald Trump hat den Kampf gegen die Drogenepidemie zu einer seiner Prioritäten erklärt.

„Diese Epidemie wurde durch Gier angefacht“, sagte Berman in einer Pressekonferenz. Während immer mehr Menschen von Schmerzmitteln abhängig wurden, hätten sich die Bezüge von RDC-Chef Doud zwischen 2012 und 2016 mehr als verdoppelt. © afp/aerzteblatt.de

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