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Hebammenverband verteidigt geplante Akademisierung

Donnerstag, 25. April 2019

/Kzenon, stockadobecom

Berlin – Der Deutsche Hebammenverband (DHV) hat Kritik der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) an der geplanten Reform der Hebammenaus­bildung zurückgewiesen. „Wer sich heute gegen die Akademisierung der Hebammen­aus­bildung stellt, hat offensichtlich nicht mitbekommen, wie sich das Berufsbild der Hebam­men in den letzten 30 Jahren verändert hat“, monierte DHV-Präsidentin Ulrike Geppert-Orthofer.

Zuvor hatte die DGGG im Deutschen Ärzteblatt davor gewarnt, die geplante Reform könne den bestehenden Hebammenmangel weiter verschärfen und damit die Schließung von Kreißsälen zur Folge haben. Eine Befürchtung, die der DHV mit Verwunderung zur Kennt­nis genommen hat. „Natürlich führt das neue Gesetz zu einem Umbruch und möglicher­weise auch zu Ängsten bei den ärztlichen Kollegen. Aber auf alle Fragen gibt der Gesetz­esentwurf tragfähige Antworten“, so Geppert-Orthofer.

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Der Verband wies erneut darauf hin, dass Hebammen durch die geplante Reform künftig wesentlich besser auf die gewandelten und gestiegenen Anforderungen ihres Berufes vorbereitet würden. Schließlich verbinde das neue Ausbildungskonzept einen erheblich verbesserten Praxisteil mit einer theoretischen und wissenschaftlichen Hochschul­ausbil­dung. Dies werde künftig den Frauen und Familien zugutekommen.

Laut DHV versucht die Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Ärztinnen und Ärzte in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe gemeinsam mit der DGGG allerdings derzeit, die längst beschlossene Überführung der Hebammenausbildung an die Hochschulen durch „eine fragwürdig konzipierte Umfrage“ unter Hebammen in Kreißsälen zu diskreditieren.

Für den Verband ist es nicht nachvollziehbar, warum Ärztefunktionäre die geplante Re­form und damit die zukunftssichere Gestaltung des Hebammenberufs verhindern wollen – zumal alle anderen EU-Mitgliedstaaten die gemeinsame Richtlinie zur Akademisierung der Hebammenausbildung inzwischen erfolgreich umgesetzt hätten. © hil/sb/aerzteblatt.de

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