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Politik

Nach zehn Jahren drei weitere Ambulanzen für künstliches Heroin

Mittwoch, 24. April 2019

/dpa

Berlin – Zehn Jahre nach dem offiziellen Startschuss für den flächendeckenden Einsatz künstlichen Heroins auf Kassenkosten sind bundesweit drei weitere Abgabestellen ent­standen. Insgesamt gibt es nun zehn Ambulanzen, wie die Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag antwortete. Diese „zusätzliche therapeutische Option zur Behandlung schwerst kranker Opioidab­hängiger“ mit der Substanz Diamorphin werde von den Betroffenen und den Behandeln­den angenommen, erläuterte das Bundesgesund­heitsministerium. Zuerst hatte die Rheinische Post berichtet.

Die Grünen forderten einen Ausbau der Angebote. „Von einer flächendeckenden Versor­gung kann keine Rede sein“, sagte die drogenpolitische Sprecherin der Bundestagsfrak­tion, Kirsten Kappert-Gonther. „Es ist nicht sichergestellt, dass alle Personen, die von einer Diamorphin-Vergabe profitieren, diese auch tatsächlich erhalten.“ Dabei ermögliche sie Heroinsüchtigen ein gutes Leben.

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Der Bundestag hatte 2009 nach langem Streit in freier Abstimmung beschlossen, dass Diamorphin an stark Abhängige dauerhaft abgegeben werden soll. Ambulanzen mit spe­ziellen Anforderungen gab es zunächst in Bonn, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln und München. Sie alle waren schon bei einem Modellprojekt dabei, das Basis für den Parlamentsbeschluss war. Zwischen 2013 und 2016 kamen weitere Ambu­lanzen in Berlin, Stuttgart und Düsseldorf hinzu.

Das Programm kommt nur für Abhängige infrage, die älter als 23 und seit mindestens fünf Jahren süchtig sind. Sie müssen sich zudem schon zwei erfolglosen Suchtbehand­lungen unterzogen haben.

Die Grünen kritisieren, dass nur ein Prozent von 79.400 Patienten mit Ersatzstoffbehand­lungen eine Therapie mit Diamorphin erhalte. Der Stoff stille das Verlangen nach dem Suchtmittel und erhöhe dadurch die Lebensqualität. Das überwiegend gemeldete Sub­stitutionsmittel ist laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Methadon. © dpa/aerzteblatt.de

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