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Politik

Barmer will gemeinsame Planung für Praxen und Kliniken

Donnerstag, 25. April 2019

/kamasigns, stockadobecom

Berlin – Vor dem Hintergrund der derzeit beratenden Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur sektorenübergreifenden Versorgung hat die Barmer einen strukturellen Wandel in der medizinischen Versorgung gefordert. Die künftige Planung von Versorgung solle sich am Bedarf der Patientinnen und Patienten ausrichten. Ebenso sollte es eine einheitliche Vergütung für ambulante und stationäre Leistungen geben, forderte die Krankenkasse heute vor Journalisten in Berlin.

„Wir wollen Anstöße liefern, mit denen wir besser mit den knappen Ressourcen umgehen können“, erklärte Barmer-Vorstandschef Christoph Straub. Ein entsprechendes Zehn-Punkte-Papier, das von der Kasse unter der Leitung der Berliner Landesgeschäftsführerin, Gabriela Leyh, erarbeitet wurde, soll einen Reformplan für die kommenden Jahre aufzei­gen. „Dabei geht es uns nicht um Revolution, sondern Evolution des Gesundheitswesens“, so Straub.

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Im Kern fordert die Barmer eine bessere Planung der fachärztlichen Versorgung an der Schnittstelle zwischen dem ambulanten und stationären Sektor. „Wir wollen ausdrücklich nicht die hausärztliche Versorgung verändern. Die muss in unserem Konzept auch weiterhin gestärkt werden“, so Straub.

Nach dem Konzept löse sich die sektorübergreifende Versorgungsplanung von der Ka­pa­zitätsplanung. „Vor der Bestimmung von Behandlungs­kapazitäten wird der tatsächliche Bedarf an medizinischen Leistungen ermittelt“, heißt es in dem Papier. Dafür kann sich die Barmer ein neues Gremium auf Landesebene vorstellen.

Und weiter: „Um bestehende Über-, Unter- und Fehlversorgung zu reduzieren, sollten die Leistungsdaten aus den ambulanten und dem stationären Bereich in einen bundesweiten Datensatz einfließen.“ Dieser Datensatz, so eine weitere Forderung der Barmer, sollte als „empirischer Anker“ funktionieren, mit dem Versorgungsbedarfe berechnet werden. Um die Statistik hier neutral zu halten, schlägt die Krankenkasse vor, die Versorgungsdaten vom Statistischen Bundesamt alle zwei Jahre auswerten zu lassen.

Eine weitere Forderung der Krankenkasse ist, ein neues, sektorübergreifendes Vergü­tungs­­system zu schaffen, speziell für die fachärztliche Versorgung in Krankenhäusern und bei niedergelassenen Ärzten. „Die Medizin hat sich differenziert, jetzt ist es Zeit, das System besser zu differenzieren“, so Straub.

Das Zehn-Punkte-Papier sieht ebenso eine Strukturreform in der Notfallbehandlung und die Einrichtung Integrierter Notfallzentren vor. Für die Versorgung vor Ort sollen mehr regionale Versorgungszentren gegründet werden. Außerdem sollen die Potenziale der Digitalisierung mehr genutzt und mehr sektorenübergreifende Versorgungsmodelle erprobt werden. © bee/ds/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Freitag, 26. April 2019, 08:05

Barmer auf dem richtigen Weg: Orientierung am Bedarf !

Der Barmer-Vorstandschef hat nicht weniger als einen Paradigmenwechsel vorgeschlagen. Weg von der Planwirtschaft und hin zur Marktwirtschaft. Denn einheitliche Preise für dieselbe Leistung, egal ob stationär oder ambulant erbracht, das sieht sehr nach Markt aus. Und wenn dazu noch das Angebot an Leistungen am Bedarf der Patienten ausgerichtet wird, dann ist das wiederum ein marktwirtschaftliches Element.

Straub dürfte sich mit diesen Vorschlägen innerhalb des derzeitigen Systems keine neuen Freunde machen. Denn denkt man seine Vorschläge bis zum Ende und setzt sie gar um, dann wird es am Ende für die Inhaber von Verwaltungsposten bei der GKV und für die Funktionäre unter den Ärzten auf den Verlust ihrer (Ehren-)Ämter hinauslaufen.
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