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Medizin

Car-T-Zelltherapie: Variante vermeidet Zytokinsturm bei gleichbleibender Wirkung

Donnerstag, 25. April 2019

/Sebastian Kaulitzki, stockadobecom

Los Angeles – Modifikationen am chimären Antigenrezeptor für T-Zellen (CAR-T) könnten die Verträglichkeit der Krebsimmuntherapie verbessern, ohne die Wirksamkeit zu gefährden. Dies zeigen die Ergebnisse einer Phase-1-Studie in Nature (2019; doi: 10.1038/s41591-019-0421-7), in der der gefürchtete Zytokinsturm bei den meisten Patienten ausblieb, aber dennoch Remissionen erzielt wurden.

Für die CAR-T-Zelltherapie werden die T-Zellen der Krebspatienten im Labor mit einem chimären Antigenrezeptor (CAR) ausgerüstet, der nach der Rückgabe an den Patienten die natürliche Krebsabwehr verstärkt. Die Behandlung, die bei refraktären Leukämien und Lymphomen teilweise spektakuläre Remissionen erzielt hat, löst jedoch häufig ein Zytokin-Freisetzungssyndrom aus, das auch als Zytokinsturm bezeichnet wird.

Ein Team um Si-Yi Chen von der Keck School of Medicine in Los Angeles hat das „Design“ des CAR verändert, um die Verträglichkeit der Zelltherapie zu verbessern. Die neuen Varianten wurden zunächst an Mäusen getestet. Die Variante, die bei den Versuchstieren die geringste Menge von Zytokinen freisetzte, wurde dann in einer Phase-1-Studie bei 25 Patienten mit refraktären Lymphomen eingesetzt. Die ersten Patienten erhielten zur Sicherheit eine niedrige Dosierung, die allerdings die Effektivität der CAR-T-Zelltherapie abschwächte. Bei den letzten 11 Patienten kam die volle Dosis zum Einsatz.

Wie Chen berichtet, wurde bei 6 der 11 Patienten eine Vollremission und bei 2 weiteren eine Teilremission erzielt. In der Positronen-Emissions-Tomografie-Computertomografie waren keine oder kaum noch Lymphome erkennbar. Die Vollremissionen hielten zwischen 162 und 290 Tage an.

Nur 7 der 25 Patienten entwickelten ein Zytokin-Freisetzungssyndrom. Es verlief laut Chen so milde, dass bei keinem Patienten medizinische Maßnahmen ergriffen werden mussten. Zellexperimente zeigten, dass die Freisetzung der Zytokine durch die Modifikation verlangsamt wurde. Die für die Krebsabwehr benötigten Proteine Granzym A und B wurden dagegen gebildet.

Als nächster Schritt ist jetzt eine multizentrische Phase-2-Studie geplant. Dort soll die neue CAR-T-Zelltherapie an einer größeren Patientengruppe eingesetzt werden.

© rme/aerzteblatt.de

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