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Medizin

Typ-1-Diabetes erhöht Frühgeburtrisiko

Donnerstag, 25. April 2019

/gamelover, stockadobecom

Stockholm – Schwangere mit Typ-1-Diabetes haben selbst bei einer guten Blutzucker­einstellung ein erhöhtes Risiko auf eine Frühgeburt. Dies kam in einer bevölkerungs­basierten Kohortenstudie in den Annals of Internal Medicine (2019; doi: 10.7326/M18-1974) heraus, in der das Risiko mit zunehmenden HbA1c-Werten deutlich anstieg.

Die erhöhten Blutzuckerwerte bei Schwangeren mit Typ-1-Diabetes schaden der Entwicklung des Feten. Eine seit Langem bekannte Folge ist ein erhöhtes Geburtsgewicht („Makrosomie“). Auch ein erhöhtes Risiko von Fehlbildungen unter anderem des Herzens gilt mittlerweile als gesichert.

Eine aktuelle Untersuchung von Jonas Ludvigsson vom Karolinska Institut in Stockholm und Mitarbeitern zeigt, dass auch das Risiko auf eine Frühgeburt deutlich erhöht ist. Die Forscher haben im schwedischen Geburtenregister 2.474 Frauen mit einer Einzel­schwangerschaft identifiziert, die im Diabetesregister des Landes mit der Diagnose eines Typ-1-Diabetes erfasst waren.

Mehr als jedes vierte Kind (22,3 %) wurde zu früh geboren. Unter den 1,16 Millionen Schwangeren ohne Diabetes lag die Frühgeburtenrate nur bei 4,7 %.

Bereits bei den Schwangeren mit einem perikonzeptionalen HbA1c-Wert von unter 6,5 % kamen 13,2 % der Kinder zu früh auf die Welt. Ludvigsson ermittelt eine adjustierte Risk Ratio (aRR) gegenüber Frauen ohne Typ-1-Diabetes von 2,83 (95-%-Konfidenzintervall 2,28 bis 3,52).

Bei einem HbA1c-Wert von 6,5 bis 7,7 % stieg die Inzidenz auf 20,6 % (aRR 4,22; 3,74-4,75). Bei einem HbA1c-Wert von 7,8 bis 9,0 % wurden bereits 28,3 % der Kinder zu früh geboren (aRR 5,56; 4,84-6,38), und bei einem HbA1c ab 9,1 % war mit 37,5 % mehr als jedes dritte Kind eine Frühgeburt (aRR 6,91; 5,85-8,17).

Das erhöhte Risiko war teilweise darauf zurückzuführen, dass sich die Ärzte für eine frühzeitige Geburtseinleitung entschieden (in der Regel als Kaiserschnitt). Das Frühgeburtrisiko war jedoch auch erhöht, wenn das Kind durch vaginale Entbindung zur Welt kam. © rme/aerzteblatt.de

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