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Medizin

E-Zigaretten häufig mit Toxinen aus Bakterien und Pilzen verunreinigt

Donnerstag, 25. April 2019

/dpa

Boston – Liquids und Verdampfereinheit von E-Zigaretten sind offenbar häufig mit bakteriellen Endotoxinen und Beta-D-Glucan aus Pilzen kontaminiert. Das ergaben Untersuchungen von in den USA verbreiteten Marken, die in Environmental Health Perspectives (2019; doi: 10.1289/EHP3469) veröffentlicht wurden.

In E-Zigaretten wird ein nikotinhaltiges Liquid aus einem Vorratstank über einen Docht von einem Verdampfer angesaugt und erhitzt. Der Docht besteht in der Regel aus Baumwolle, das Nikotin wird meist aus den Blättern von Tabakpflanzen gewonnen. Da sie aus Naturprodukten gewonnen werden, können Vorratstank und Docht mit Bakterien oder Pilzen verunreinigt werden, zu deren Zerfallsprodukten Endotoxine und Beta-D-Glucan gehören. Das trifft auch auf die Aromen zu, die ebenfalls aus Pflanzen hergestellt werden.

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Endotoxine können, wenn sie ins Blut gelangen, toxische Reaktionen auslösen. Beta-D-Glucan hat eine immunogene Wirkung. Endotoxin und Beta-D-Glucan sind häufig in konventionellen Zigaretten enthalten. Es wird vermutet, dass ihre Inhalation an der entzündlichen Reaktion beteiligt ist, zu der es in den Lungen von Rauchern kommt.

Ein Team um David Christiani von der Harvard School of Public Health in Boston hat E-Zigaretten von 10 der in den USA am häufigsten verkauften Marken gekauft und zusammen mit den Liquids auf das Vorhandensein von Endotoxin und Beta-D-Glucan hin untersuchen lassen. Sie wählten die Geschmackskategorien Tabak, Menthol, Obst und andere.

Ergebnis: In 17 der 75 E-Zigaretten (23 %) wurden Endotoxine nachgewiesen, 61 von 75 E-Zigaretten (81 %) waren mit Beta-D-Glucan kontaminiert. Die Beta-D-Glucan-Konzentration war in der Verdampfereinheit 3,2-fach höher als in den Liquids. Die Liquids mit Tabak- und Mentholaroma enthielten 10-fach und 3,5-fach mehr Beta-D-Glucan als die Liquids mit Fruchtaroma.

Wie es zur Verunreinigung der E-Zigaretten kam, konnte die Studie nicht klären. Auch die gesundheitlichen Folgen lassen sich aus dem Nachweis allein nicht abschätzen. Ob sie aus den E-Zigaretten in nennenswertem Umfang inhaliert werden, wurde nicht untersucht. In höherer Konzentration werden die mikrobiellen Toxine jedoch mit verschiedenen Gesundheitsproblemen wie Asthma, Lungenfunktionsstörungen und Entzündungen in Verbindung gebracht. © rme/aerzteblatt.de

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