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Ärzteschaft

Fachgesellschaften wollen staatliche Finanzierung klinischer Notfallübungen

Freitag, 26. April 2019

/dpa

Berlin – Eine Krankenhaus-Notfallübung zur Vorbereitung auf einen Massenanfall von Verletzten (MANV) kann bis zu 100.000 Euro kosten. Das ist das Ergebnis einer Untersu­chung, die in der Zeitschrift Der Unfallchirurg (2019; doi: 10.1007/s00113-019-0619-7) veröffentlicht wurde. Aufgrund der hohen Kosten werden entsprechende Übungen in Deutschland aktuell nicht routinemäßig durchgeführt. Chirurgische Fachgesellschaften fordern deshalb die Bereitstellung eines staatlichen Budgets zur Finanzierung regel­mä­ßiger MANV-Übungen.  

„In Deutschland wird zu wenig geübt“, warnt Paul Alfred Grützner, Präsident der Deut­schen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) sowie der Deutschen Ge­sellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

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Um für Großschadensereignisse gut gerüstet zu sein, seien MANV-Übungen in Krankenhäuser jedoch unerlässlich. Nach Ansicht von DGU und DGOU sollten Ärzte, Pflegekräfte, Verwaltungsmitarbeiter und Mitarbeiter des techni­schen Dienstes einen Krankenhaus-Notfallplan mindestens einmal pro Jahr praktisch üben.

Bisher können Klinikträger selbst entscheiden, wie und wie oft der Ernstfall geprüft wird. Die dadurch entstehenden Kosten müssen sie meist aus eigener Tasche zahlen, nur in wenigen Bundesländern ist eine Refinanzierung gesetzlich geregelt.

Nach Ansicht der Fachgesellschaften sollte sich das schnellstmöglich ändern: „Die Öffentlichkeit hat im Rahmen der Daseinsvorsorge ein Recht darauf, dass Krankenhäuser Notfallszenarien üben, um sich bestmöglich vorzubereiten. Das muss staatlich finanziert werden“, erklärte DGU-Generalsekretär Dietmar Penni. Die damit verbundenen Kosten dürften keinesfalls den Krankenhäusern oder Rettungsdiensten aufgebürdet werden.

Neben der Bereitstellung eines staatlichen Budgets für klinische Notfallübungen empfeh­len DGU und DGOU die Entwicklung begleitender Trainingskonzepte oder IT-gestützter Simulationen sowie eine bessere Vernetzung der Partner aus dem Gesundheitswesen.

Darüber hinaus sollte nach Ansicht der Fachgesellschaften der Nachweis erfolgreich durchgeführter MANV-Übungen bei der Rezertifizierung von Traumazentren der Initiative TraumaNetzwerk DGU ein Pflichtkriterium sein. © hil/sb/aerzteblatt.de

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