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Ausland

Polioimpfhelferin in Pakistan getötet

Freitag, 26. April 2019

/dpa

Islamabad – Unbekannte haben gestern in der südwestpakistanischen Provinz Baluchis­tan eine Polioimpfhelferin getötet. Die Frau war Teil eines Teams, das Impfungen gegen Kinderlähmung in der Stadt Chaman in der Nähe der afghanischen Grenze durchführte, sagte der Behördenvertreter Sami Agha. Ein weiteres Mitglied des Impfteams sei verletzt worden, als Bewaffnete auf Motorrädern das Feuer auf die Gruppe und ihre Begleitpo­li­zis­ten eröffneten. Zu dem Angriff bekannt sich zunächst niemand.

In Pakistan wurden schon früher Impfteams angegriffen und auch Helfer getötet. Radikale Islamisten glauben, die Impfungen seien Teil einer Verschwörung des Westens und dien­ten dazu, Muslime unfruchtbar zu machen.

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Die landesweite Impfkampagne gegen Kinderlähmung war Anfang der Woche gestartet. Es sollten rund 39 Millionen Kinder unter fünf Jahren geimpft werden. Am Montag war bereits eine Klinik in Brand gesetzt worden, nach dem in sozialen Medien Falschmeldun­gen verbreitet worden waren, denen zufolge Kinder in der nordwestlichen Stadt Pesha­war nach der Impfung erkrankt seien. Diese hatten zu einer Panik bei Eltern geführt, die eine Klinik in Brand setzten und Impfhelfer festhielten.

Kinderlähmung ist in den meisten Ländern der Welt ausgerottet. Pakistan ist laut der Global Polio Eradication Initiative neben Afghanistan das einzige Land, in dem im Vorjahr Erkrankungen mit dem Wildtyp der Polioviren gemeldet wurden. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Sonntag, 28. April 2019, 10:04

Hassbotschaft

Wenn Impfgegner die Wirksamkeit von Impfungen schlechtreden oder die Risiken übertreiben, so ist dies (leider) nichts Neues. Die Schluckimpfung (OPV) war bis Mitte der 1998 auch in Deutschland Standard und wurde hier durch die Risikoärmere IPV ersetzt, weil sie ihr Primärziel erreicht hatte.
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Poliomyelitis.html

Dieses Primärziel ist in Pakistan und Afghanistan nicht erreicht. Diese Impfkampagnen werden sicher von der WHO logistisch unterstützt, aber es ist die souveräne Entscheidung der jeweiligen Regierung, ob sie eine derartige Kampagne durchführt und welchen Impfstoff sie dabei benutzt.

Der letzte Satz von pro-natur lautet: „ Wenn ein Kind gelähmt wird, verstehen dessen Angehörigen kein Spass. Sie schießen und treffen.“ Das ist erstens unlogisch, denn die Polio hat einen biphasischen Verlauf und die Lähmungen (egal ob durch Wildvirus oder als Impfkomplikation) treten ca. 2 Wochen nach Infektion auf. Die Impfhelfer sind dann schon längst weg. Dass heißt, „besorgte Eltern“ sind hier irrelevant, es geht einzig und allein um Hassverbrechen von religiösen Fanatikern. Und wer dies gutheißt, stellt sich mit diesen Personen auf eine Stufe. Diese Hassbotschaft ist der absolute Tiefpunkt in einer langen Reihe von tatsachenverdrehenden Beiträgen von pro-natur.
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