NewsAuslandPolioimpfhelferin in Pakistan getötet
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Polioimpfhelferin in Pakistan getötet

Freitag, 26. April 2019

/dpa

Islamabad – Unbekannte haben gestern in der südwestpakistanischen Provinz Baluchis­tan eine Polioimpfhelferin getötet. Die Frau war Teil eines Teams, das Impfungen gegen Kinderlähmung in der Stadt Chaman in der Nähe der afghanischen Grenze durchführte, sagte der Behördenvertreter Sami Agha. Ein weiteres Mitglied des Impfteams sei verletzt worden, als Bewaffnete auf Motorrädern das Feuer auf die Gruppe und ihre Begleitpo­li­zis­ten eröffneten. Zu dem Angriff bekannt sich zunächst niemand.

In Pakistan wurden schon früher Impfteams angegriffen und auch Helfer getötet. Radikale Islamisten glauben, die Impfungen seien Teil einer Verschwörung des Westens und dien­ten dazu, Muslime unfruchtbar zu machen.

Anzeige

Die landesweite Impfkampagne gegen Kinderlähmung war Anfang der Woche gestartet. Es sollten rund 39 Millionen Kinder unter fünf Jahren geimpft werden. Am Montag war bereits eine Klinik in Brand gesetzt worden, nach dem in sozialen Medien Falschmeldun­gen verbreitet worden waren, denen zufolge Kinder in der nordwestlichen Stadt Pesha­war nach der Impfung erkrankt seien. Diese hatten zu einer Panik bei Eltern geführt, die eine Klinik in Brand setzten und Impfhelfer festhielten.

Kinderlähmung ist in den meisten Ländern der Welt ausgerottet. Pakistan ist laut der Global Polio Eradication Initiative neben Afghanistan das einzige Land, in dem im Vorjahr Erkrankungen mit dem Wildtyp der Polioviren gemeldet wurden. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Sonntag, 28. April 2019, 10:04

Hassbotschaft

Wenn Impfgegner die Wirksamkeit von Impfungen schlechtreden oder die Risiken übertreiben, so ist dies (leider) nichts Neues. Die Schluckimpfung (OPV) war bis Mitte der 1998 auch in Deutschland Standard und wurde hier durch die Risikoärmere IPV ersetzt, weil sie ihr Primärziel erreicht hatte.
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Poliomyelitis.html

Dieses Primärziel ist in Pakistan und Afghanistan nicht erreicht. Diese Impfkampagnen werden sicher von der WHO logistisch unterstützt, aber es ist die souveräne Entscheidung der jeweiligen Regierung, ob sie eine derartige Kampagne durchführt und welchen Impfstoff sie dabei benutzt.

Der letzte Satz von pro-natur lautet: „ Wenn ein Kind gelähmt wird, verstehen dessen Angehörigen kein Spass. Sie schießen und treffen.“ Das ist erstens unlogisch, denn die Polio hat einen biphasischen Verlauf und die Lähmungen (egal ob durch Wildvirus oder als Impfkomplikation) treten ca. 2 Wochen nach Infektion auf. Die Impfhelfer sind dann schon längst weg. Dass heißt, „besorgte Eltern“ sind hier irrelevant, es geht einzig und allein um Hassverbrechen von religiösen Fanatikern. Und wer dies gutheißt, stellt sich mit diesen Personen auf eine Stufe. Diese Hassbotschaft ist der absolute Tiefpunkt in einer langen Reihe von tatsachenverdrehenden Beiträgen von pro-natur.
LNS

Nachrichten zum Thema

18. Juli 2019
Helsinki – Deutschland und Frankreich haben bei einem Innenministertreffen im finnischen Helsinki erfolglos versucht, eine europäische Übergangsregelung zur Verteilung von im Mittelmeer geretteten
EU-Treffen zur Seenotrettung im Mittelmeer endet ohne Durchbruch
18. Juli 2019
Neu Delhi – Die Zahl der Todesopfer durch den Monsun in Südasien ist auf mehr als 270 gestiegen. Die gestern veröffentlichten Bilanzen aus den Ländern Indien, Nepal, Bangladesch und Pakistan stiegen
Zahl der Todesopfer durch Monsun in Südasien gestiegen
17. Juli 2019
Berlin – Angesichts des Bürgerkriegs in Libyen und einem Luftangriff auf ein Internierungslager in Tripolis fordert die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Schutz für die Flüchtlinge in den Lagern.
Ärzte ohne Grenzen ruft Bundesregierung zur Hilfe für Flüchtlinge in Libyen auf
16. Juli 2019
New York – Jeder neunte Mensch weltweit leidet nach Schätzungen der Vereinten Nationen an Hunger. Die Anzahl sei 2018 zum dritten Mal in Folge gestiegen, heißt es in einem gestern in New York
Zahl der Hunger leidenden Menschen erneut gestiegen
15. Juli 2019
Brüssel – Die Bundesregierung hat zurückhaltend auf einen neuen italienischen Vorschlag zur Lösung der Migrationskrise im Mittelmeerraum reagiert. Er glaube nicht, dass „Lösungsvorschläge, die nicht
Berlin sieht Plan aus Rom zu Migration skeptisch
15. Juli 2019
New York/Genf – Im vergangenen Jahr haben rund 20 Millionen Kinder weltweit lebenswichtige Impfungen nicht erhalten, zum Beispiel gegen Masern, Diphtherie und Tetanus. Das berichten die
Jedes zehnte Kind ohne Impfung gegen Masern, Diphtherie und Tetanus
15. Juli 2019
Oslo – Im Kampf gegen die humanitären Krisen auf der Erde fehlt es nach Angaben der Norwegischen Flüchtlingshilfe weltweit massiv an Geld. Im ersten Halbjahr 2019 hätten die Geberländer nur 27 Prozent
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER