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Ärzteschaft

Diabetes-Gesell­schaft erneuert Wunsch nach nationaler Strategie

Freitag, 26. April 2019

/Syda Productions, stockadobecom

Berlin – Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) hat sich erneut für eine nationale Dia­betesstrategie ausgesprochen. Diese sei notwendig, um die „Herausforderungen“ stark anwachsender Fallzahlen zu steigern, sagte DDG-Präsident Dirk Müller-Wieland an­läss­lich des 55. Geburtstags der Fachgesellschaft.

Die DDG verweist dabei auf Berechnungen des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) und des Robert-Koch-Instituts (RKI). Demnach steigt die Zahl der Typ-2-Diabetes-Fälle um 3,8 bis 5,4 Millionen zusätzlicher Fälle. Betroffen wären dann 2040 zwölf Millio­nen Menschen in Deutschland. Zum Vergleich: In den 1950er-Jahren waren weniger als eine Million Bundesbürger an Diabetes erkrankt.

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Wie die DDG ausführt müssen die Verbesserung der sektorenübergreifenden medizini­schen Versorgung, der Medizineraus- und -weiterbildung sowie des Versorgungsnetzes durch niedergelassene Haus- und Fachärzte Teil einer Diabetesstrategie sein. Darüber hinaus müsse es um eine angemessene Behandlung und Pflege von Menschen mit Diabetes im Krankenhaus und Pflegeeinrichtungen, moderne Medikamente sowie ein deutschlandweites Diabetesregister geben. Auch müsse der Beruf der Diabetesberater bundesweit einheitlich anerkannt werden.

Grundsätzlich hält die DDG es für erforderlich, Erkrankungen an Diabetes Typ 2 zu ver­meiden. „Deshalb fordern wir seit Jahren eine wirkungsvolle Verhältnisprävention, die es den Menschen erleichtert, gesünder zu leben“, sagte DDG-Geschäftsführerin Barbara Bit­zer. Dazu gehöre eine gesundheitsfördernde Steueranpassung, also eine Steuerent­las­tung gesunder Lebensmittel bei gleichzeitig erhöhter Steuer auf hochkalorische Produkte.

Für nötig hält die DDG zudem eine transparente Lebensmittelkennzeichnung. Darüber hinaus sollten ein Verbot von Werbung für ungesunde Lebensmittel, die sich an Kinder richtet, verbindliche Standards für die Verpflegung in Kitas und Schulen sowie eine tägliche verpflichtende Stunde Bewegung etabliert werden, wie es hieß.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) haben sich zum Thema kürzlich auch auf ein gemeinsames Positionspapier verständigt.

© may/EB/aerzteblatt.de

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