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Ärzteschaft

Ärzte warnen vor falschen Erwartungen bei Terminvermittlung

Montag, 29. April 2019

/shock, stockadobecom

Hannover – Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hat vor überzogenen Erwartungen an das neue Gesetz für schnellere Arzttermine gewarnt, das am 1. Mai in Kraft tritt. „Auch in Zukunft wird nicht jeder innerhalb weniger Tage sei­nen Wunschtermin beim Wunscharzt um die Ecke bekommen“, sagte er dem Redaktions­netzwerk Deutschland (RND).

Es werde immer Unzufriedene geben, bei denen es eine eklatante Differenz zwischen dem subjektiven Gefühl, schnell einen Arzt zu brauchen, und dem objektiven Behandlungsbe­darf gebe. Er sei sich „nicht sicher, ob es mit dem Gesetz für diese Problematik überhaupt Verbesserungen geben wird“, erklärte Gassen.

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Der Vorstandsvorsitzende der KBV sagte, es werde nicht plötzlich mehr Ärzte geben, die mehr Termine vergeben könnten. „Es wird lediglich zu einer Umverteilung kommen. Die Ärzte werden gezwungen sein, einen Teil ihrer Termine an die Servicestellen zu melden“, so Gassen. Weil die Mediziner zudem noch verpflichtet würden, offene Sprechstunden an­zubieten, stünden am Ende bei der Vergabe in der Praxis selbst am Ende weniger Termine zur Verfügung.

Für bestimmte Patientengruppen könnte das neue Gesetz auch zu Verschlechterungen füh­ren. „Es besteht die Gefahr, dass Chroniker und Ältere – und das sind in der Regel diejenigen, die häufiger zum Arzt müssen – künftig länger werden warten müssen. Auf dieses Problem haben wir mehrfach hingewiesen, als noch am Gesetz gearbeitet wurde“, betonte der KBV-Chef.

Gassen verlangte zugleich scharfe Sanktionen, wenn Versicherte Termine versäumen, die über Servicestellen vereinbart worden sind. „Wer mehrfach Arzttermine nicht einhält, sollte für ein oder zwei Jahre von der Vermittlung ausgeschlossen werden“, sagte er. Möglich wäre auch, dass die Ärzte die entgangenen Zuschläge in Rechnung stellen und die Kassen sich das Geld dann vom Versicherten zurückholen könnten. © kna/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #92214
H.-D. Falkenberg
am Mittwoch, 1. Mai 2019, 10:25

Ärzte warnen vor falschen Erwartungen bei Terminvermittlunge

Seit einiger Zeit mache ich bei meinem Hausarzt die Termine selbst, eine tolle Sache, denn es stehen drei Ärztinnen bzw. Ärzte zur Auswahl.
Avatar #92214
H.-D. Falkenberg
am Mittwoch, 1. Mai 2019, 10:22

Ärzte warnen vor falschen Erwartungen bei TGerminvermittlung

Dieses Gesetz war m.E. überflüssig. Ich konnte bislang (75 Jahre + !) meine Wunschtermine vortragen und innerhalb kürzester Zeit wahrnehmen (als Kassenpatient!!!!!). Vielleicht hilft ein Hausarztvertrag?
Avatar #88767
fjmvw
am Dienstag, 30. April 2019, 08:46

Der KBV-Chef irrt - wie fast immer, wenn es um Ökonomie geht ;-)

Zitat „Es wird lediglich zu einer Umverteilung kommen. Die Ärzte werden gezwungen sein, einen Teil ihrer Termine an die Servicestellen zu melden“, so Gassen.
Kleine Korrektur: Es ist beabsichtigt, die Ärzte zu zwingen, Termine an die TSS zu melden. Warten wir doch einmal ab, wie viele Ärzte aus den kritischen Fachrichtungen sich dem Zwang beugen.

Und das mit der "Umverteilung" muss mir Gassen noch einmal erklären. Was wird umverteilt? Oder meint Gassen etwa, dass das Gesetz zur Folge haben wird, dass "Stammpatienten" künftig des Öfteren zu hören bekommen "sorry, wir können SIE nicht mehr behandeln. Den FÜR SIE reservierten Termin mussten wir an die TSS melden"? Dann wäre es immer noch keine Umverteilung, es wäre lediglich ein Patiententausch.
Avatar #550935
Arco
am Montag, 29. April 2019, 20:23

Als Arzt wundert man sich...

... weshalb sich Ärzte in Deutschland freiwillig in ein parastaatliches Gesundheitssystem begeben, in dem sie tagtäglich mit Hilfe der Ethikkeule und der Monopolmacht zu Arbeiten zu Dumpinglöhnen gezwungen werden. Dazu lassen Sie sich von Politikern, Kassen und Medien als Abzocker, Pfuscher und Faulenzer beschimpfen und springen mit großer Freude über jedes Stöckchen, das Ihnen von Politik, Kassen und neuerdings Gematik hingehalten wird.
Konsequenz: Unsere Patienten werden aufsässig, unsere Arzthelferinnen kündigen und unser Spiegelbild schüttelt nur noch den Kopf.
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