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Politik

Bildungsministerin will Impfungen in Schulen anbieten

Montag, 29. April 2019

/dpa

Berlin – Impfungen sollten nach Ansicht von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) künftig auch in der Schule angeboten werden. Die meisten Ungeimpften seien kei­ne Impfgegner, die Hürden für eine Impfung seien ihnen aber zu hoch, sagte die Minis­te­rin. Unabhängig von der diskutierten gesetzlichen Impfpflicht müsse man hier ansetzen.

„Wir sollten die Fakten besser vermitteln und den Zugang zu Impfungen erleichtern, etwa durch Impfungen in Schulen und Betrieben“, sagte Karliczek. Impfungen gehörten zu den großen wissenschaftlichen Errungenschaften der Medizin und retten Leben.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereitet derzeit Vorschläge für eine Impf­pflicht vor, die im Mai vorgelegt werden sollen. Spahn hat sich grundsätzlich für ver­pflich­tende Masernimpfungen für Kinder in Kitas und Schulen ausgesprochen.

Nach Angaben des Deutschen Ethikrats sind fast die Hälfte aller an Masern Erkrankten in Deutschland Erwachsene. Maßnahmen zur Erhöhung der Impfquote müssten sich deshalb nicht nur an Kinder, sondern auch an Erwachsene richten, forderte das Gremium, das Bun­desregierung und Bundestag berät.

Einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Studie im Auftrag der EU-Kommission zufolge wissen viele Menschen zu wenig über das Impfen. So nähmen zum Beispiel 46 Prozent der Deutschen fälschlicherweise an, dass Impfstoffe häufig ernste Nebenwir­kun­gen hätten. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Dienstag, 7. Mai 2019, 23:49

Seriöse Quellen

sind notwendig, wenn man belastbare Aussagen zu den Risiken durch Impfungen machen möchte. Leider ist die von MITDENKER zitierte Quelle alles andere als seriös im Umgang mit Fakten und mit den damit verbundenen Schlussfolgerungen. Fangen wir damit an, dass die Angaben zu den Risiken und Nebenwirkungen auf verschiedenen Quellen beruhen. Erstens muss der Hersteller im Rahmen des Zulassungsprozesses Studien durchführen. Die Zahl der Teilnehmer ist dort begrenzt aber häufige Nebenwirkungen werden damit sicher erfasst. Zweitens gibt es bei der Anwendung von Impfstoffen begleitende Studien (man muss nur etwas suchen, siehe unten), die auch sehr präzise Aussagen zu seltenen Nebenwirkungen machen. Und drittens gibt es das Meldesystem der UAW.

Jede dieser Quellen hat systematische Fehlerquellen. Ein Underreporting bei den UAW ist vorstellbar. Allerdings ist es nicht die Aufgabe der UAW-Datenbank die absolute Häufigkeit von Nebenwirkungen zu messen, das ist die Aufgabe wissenschaftlicher Studien. Die UAW-Datenbank ist vielmehr ein Frühwarnsystem, wenn es bei bestimmten Arzneimitteln zu einer Häufung von UAW kommt. Das kann z.B. bei der Einführung eines neuen Impfstoffs der Fall sein, wenn im Vergleich zu bewährten Impfstoffen die Zahl der UAW-Meldungen unverhältnismäßig hoch ist. Das kann aber auch bei Chargenproblemen eines einzelnen Herstellers der Fall sein. Solange die Melderate konstant ist, kann selbst bei einem Underreporting ein derartiges System zuverlässig warnen. Im Übrigen, wenn die Seite impfschaden.info mit derartigen Zahlen arbeitet, fehlt in der Einleitung der entscheidende Teil: die Quellenangabe zum Underreporting und die Analyse, ob ein derartiges Underreporting einen signifikanten Einfluss auf die Häufigkeitsangaben auf dem Beipackzettel haben kann. In der jetzigen Form ist die ganze Seite einfach nur wissenschaftlich unseriöse Polemik.

Im übrigen gibt es gerade bei der heiß diskutierten Frage zu den Risiken durch die MMR-Impfung eine sehr schöne Arbeit, wo in Finnland im Zeitraum von 12 Jahren 1,5 Millionen Menschen mit MMR geimpft wurden:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7969278
Kurz gesagt, es waren keine Todesfälle oder dauerhafte Folgeschäden nachweisbar. Übrigens kann man von diesem Link auch auf die freie Volltextversion des Artikels gelangen.
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