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Ärzteschaft

Montgomery neuer Vorstands­vorsitzender des Weltärztebundes

Montag, 29. April 2019

Frank Ulrich Montgomery /Gebhardt

Berlin – Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, ist neuer Vor­sit­zender des Weltärztebundes (World Medical Association, WMA). Der WMA-Vorstand wähl­te ihn am vergangenen Donnerstag in Santiago de Chile einstimmig für zwei Jahre, wie die BÄK heute mitteilte. Montgomery folgt auf Ardis Dee Hoven aus den USA. Als seine Stell­ver­treterin wurde die Japanerin Mari Michinaga gewählt.

„Die globale Gesundheitsversorgung steht vor großen Herausforderungen, die das Enga­ge­ment und die Zusammenarbeit der internationalen Ärzteschaft erfordern“, sagte Mont­gome­ry nach der Wahl. Insbesondere mit der Überarbeitung des internationalen Mediz­in­ethik­ko­dex, der Frage der Impfung oder der Aus-, Weiter- und Fortbildung von Ärzten stünden in den kommenden Jahren wichtige Themen auf der Agenda des Weltärzte­bun­des.

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Auf seinem Treffen in Santiago, Chile, hat der WMA die Regierungen in der Welt aufgefor­dert, kon­kre­te Pläne für Investitionen in das Gesundheitspersonal auszuarbeiten und vor­zulegen. Hintergrund ist, dass in naher Zukunft weltweit rund 18 Millionen Gesundheits­fach­leute fehlen werden. Ein entsprechendes Dokument sollen die Vereinten Nationen nach dem Willen des WMA im September verabschieden und damit ebenfalls die Regie­rungen der Nationalstaaten auffordern, in die Ausbildung und die Arbeitsbedingungen von Gesundheitsfachleuten zu investieren.

Laut WMA gibt es im Augenblick weltweit 76 Länder mit weniger als einem Arzt pro tau­send Menschen und drei Milliarden Menschen ohne Zugang zu medizinischem Fach­per­sonal. „Es ist inakzeptabel, dass der krebskranke Patient in Sierra Leone nicht die nö­tige Pflege erhält, weil es keinen Onkologen im Land gibt, oder dass die Frau mit ge­burts­hilflicher Fistel leiden muss, weil es keinen Gynäkologen gibt“, hieß es vom Weltärzte­bund.

Der neue WMA-Vorsitzende Frank Ulrich Montgomery betonte, der WMA setze sich nach­drücklich für eine universelle Gesundheitsversorgung ein. „Als Ärzte haben wir einen Eid abgelegt, um unseren Patienten oberste Priorität einzuräumen, und wir glauben, dass jeder Zugang zu qualitativ hochwertigen Dienstleistungen haben sollte, ohne Angst vor finanziellen Schwierigkeiten zu haben“, sagte er. Zwar werde das „nicht sofort und überall erreichbar sein, aber nicht weniger sollte das Ziel sein“, so Montgomery.

Mit seinen 112 nationalen Mitgliedsverbänden ist der Weltärztebund eine starke Stimme der Ärzte weltweit. Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes hat die Aufgabe, die Organisation politisch und organisatorisch zu führen. © may/hil/aerzteblatt.de

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