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Politik

Grüne schlagen Vergütung nach Umsatzstärke der Apotheke vor

Dienstag, 30. April 2019

/wildworx, stock.adobe.com

Berlin – Die Grünen im Bundestag haben sich dafür ausgesprochen, die Höhe der pa­ckungs­­abhängigen Vergütung für die Abgabe eines verschreibungspflichtigen Medika­ments an den Umsatz der abgebenden Apotheke zu koppeln. Damit könne einer Konzen­tra­tion auf wenige große Versandapotheken entgegengewirkt werden, heißt es in einem Antrag der Grünen-Fraktion im Bundestag.

Den Grünen zufolge kann eine umsatzstarke Großapotheke andere betriebliche Skalen­effekte erzielen als eine kleine inhabergeführte Apotheke. Größere Apotheken sollten daher je Packung eine niedrigere Vergütung erhalten als kleinere Apotheken.

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Die Grünen rechnen vor, dass eine Reduzierung der packungsabhängigen Vergütung von einem Euro für die umsatzstärksten zehn Prozent der Apotheken ein Umverteilungspo­ten­zial zuguns­ten kleinerer Apotheken im dreistelligen Millionenbereich bedeuten könnten, heißt es in der Begründung zum Antrag. Der Großteil der Apotheken bis zu einem durch­schnittli­chen Umsatz von derzeit 2,31 Millionen Euro solle aber nicht belastet werden, hieß es weiter.

Bei der Ausge­stal­tung sollte zudem darauf geachtet werden, dass bestehende Überver­sor­gung in Ballungsräumen nicht weiter zementiert wird. Durch die Ab­schöpfung der höheren Gewinne bei größeren Apotheken sollen den Grünen zufolge Mittel frei werden, um patientennahe Dienstleistungen wie das Medikationsmanagement und den Sicher­stellungsfonds zur Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung zu finanzieren.

Neben der Vergütung schlagen die Grünen eine Reihe von weiteren Änderungen vor. So sollten beispielsweise die heilberuflichen Kompetenzen der Apotheker gezielter honoriert werden. Sie sollten eine stärkere Rolle beim Medi­ka­tions­management von Patien­ten mit chronischen und Mehrfacherkrankungen bekommen.

Die besonderen Versorgungsbedürfnisse strukturschwacher und sozial benachteiligter Re­gionen müssten ebenfalls berücksichtigt werden. Der Botendienst sollte ausgebaut und gezielt honoriert werden, finden die Grünen.

Ziel muss es nach Ansicht der Partei sein, die Arzneimittelversorgung bundesweit wohn­ortnah zu gewährleisten. „Patienten hätten jederzeit und überall einen Anspruch auf Arz­neimittel und eine kompetente Beratung“, heißt es in dem Antrag.

© may/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #92214
H.-D. Falkenberg
am Mittwoch, 1. Mai 2019, 10:50

Grüne schlagen Vergütung nach Umsatzstärke der Apotheke vor

Weit weg jeglicher Anwendbarkeit, der Wettbewerb wird damit ausgehebelt. Die Apotheken sollten mehr Beratungsverantwortung übernehmen, die dann auch vergütet wird (z.B. bei Pflege, Betreuung, hauswirtschaftliche Versorgung). Nur, welche Apotheke (oder auch welcher Arzt, Therapeut u.a.) kennt sich da aus??????
Eigen- und/oder Fremdschulung tut Not!!!!!!! Auch die entsprechende Infrastruktur muss vorhanden sein oder errichtet werden (Besprechungszimmer bzs. _ ecke).
Avatar #88767
fjmvw
am Mittwoch, 1. Mai 2019, 10:21

Die Büchse der Pandora wäre dagegen pillepalle.

Umsatzabhängige Preise einführen, das ist die vollständige Abkehr von Markt und Wettbewerb.
Warum nur bei Apotheken die Preise differenzieren? Warum nicht auch bei Ärzten, bei Autoherstellern, bei Kaufhäusern?

Dummheit kennt bekanntlich keine Grenzen, zumindest bestimmte politische Parteien sind davon befallen.
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