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Kardiologen wollen Versorgungsforschung zu Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen vorantreiben

Donnerstag, 2. Mai 2019

/dpa

Mannheim – Defizite bei der Versorgungsforschung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland sieht die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislauffor­schung (DGK). Die Fachgesellschaft hat daher ein eigenes Zentrum für kardiologische Versorgungsforschung eingerichtet. 

„Wir werden gemeinsam Themen aus der kardiologischen Versorgungsforschung unter­suchen, zu denen es im Sinne der evidenzbasierten Medizin keine ausreichend guten Daten gibt“, erläuterte Karl Werdan, Vorstandsmitglied der DGK. Das betreffe vor allem die weniger kostenintensiven Behandlungen, zu denen die Kostenträger meist keine Da­ten erhöben, so der Vorsitzende des Leitungsausschusses des Zentrums.

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Das Zentrum soll sich zunächst zwei Projekten widmen: Bei dem einen geht es um die Empfehlung der DGK, bei Patienten mit Vorhofflimmern und einem niedrigen Risiko für Schlaganfälle von blutverdünnenden Medikamenten abzusehen. Die Antikoagulantien sollten laut der Fachgesellschaft Patienten mit Vorhofflimmern und hohem Schlaganfall­risiko vorbehalten bleiben.

Anhand von Daten aus der Rhein-Neckar-Region wollen die Wissenschaftler des Zentrums untersuchen, inwieweit Ärzte dieser Empfehlung folgen. „Sollten wir bei unserer Untersu­chung feststellen, dass Patienten, die eine Antikoagulation benötigen, sie dennoch nicht erhalten, oder umgekehrt, können wir – unter anderem durch Informationskampagnen – gezielt gegensteuern, um positiv auf die Schlaganfallrate einzuwirken“, so Werdan. 

Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie leitliniengerecht Herzinfarkt­pa­tienten mehr als ein Jahr nach dem Ereignis behandelt werden. „Die meisten bisher vor­liegenden Studien bilden lediglich die Versorgungslage in den ersten zwölf Monaten nach einem Myokardinfarkt ab. Uns hingegen interessiert die Zeit danach“, berichtet der Projektleiter Uwe Zeymer.

In dem GULLIVE-R-Projekt sollen Patienten aus 220 bis 250 Versorgungszentren, Kliniken und Praxen eingeschlossen werden, die über den Zeitraum von neun bis 18 Monaten nach einem Myokardinfarkt hinweg kontinuierlich beobachten werden. © hil/aerzteblatt.de

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