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Politik

Weiter Streit um Krankenhaus­abrechnungen

Donnerstag, 2. Mai 2019

/iamaea, stockadobecom

Berlin – Der Streit um Abrechnungen von Krankenhäusern mit Krankenkassen rund um die Prüfung der Krankenhausabrechnungen geht weiter. „Gesetzliche Krankenkassen ha­ben den Auftrag, Krankenhausabrechnungen zu prüfen. Wie notwendig das ist, zeigen ak­tuelle Auswertungen der Krankenkassen für das Jahr 2017: Jede zweite geprüfte Kranken­haus­­rechnung (mehr als 56 Prozent) war fehlerhaft“, informiert der GKV-Spitzenverband heute.

Als Folge daraus hätten Krankenhäuser für 2017 rund 2,8 Milliarden Euro an die Kassen zurückbezahlen müssen. „Wir wollen, dass alle Krankenhausleistungen gut und fair ver­gü­tet werden. Das bedeutet aber auch, dass wir kein Geld für falsche Krankenhaus­abrech­nun­gen ausgeben“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzen­ver­bandes, Johann-Magnus von Stackelberg.

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Der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zufolge handelt es sich jedoch zum größ­ten Teil um „Resignationsmasse“, weil die Kliniken den Klageweg nicht beschreiten woll­ten. „Bei den beanstandeten Rechnungen handelt es sich massenhaft um medizinische Einschätzungs­unterschiede und formale Kriterien, die von den Krankenkassen zur Rech­nungskürzung genutzt werden. Wollen sich die Krankenhäuser gegen diese Willkür weh­ren, müssten sie langwierige und kostspielige Gerichtsverfahren durchführen“, argumen­tiert die DKG. Sie kritisiert, „die ständigen wissentlich falschen Behauptungen, dass es sich bei Rechnungs­kürzung um Falschabrechnungen handelt, sind unerträglich.“

Das sieht der GKV-Spitzenverband anders: „Krankenhäuser verfolgen durchaus unter­schied­­liche Strategien in der Abrechnung, was sich in unterschiedlicher Abrechnungsgüte niederschlägt“, heißt es in einem Positionspapier des Verbandes zu den Krankenhaus­ab­rechnungen. Eine teilweise mangelnde Abrechnungsgüte der Kliniken sei bereits seit Jah­ren ein Thema. „Und seit Jahren gibt es nach wie vor keinen Anreiz für Krankenhäuser, korrekt abzurechnen, obwohl der Gesetzgeber bereits im Jahr 2012 vom Bundesrech­nungs­­hof aufgefordert war, dahingehend aktiv zu werden“, kritisiert der GKV-Spitzenver­band. 

Die DKG erinnert im Gegenzug daran, dass das Klinikabrechnungssystem auf rund 35.000 Prozedurenschlüsseln und 1.300 Fallpauschalen basiert. „Vielfach sind die sogenannten fehlerhaften Abrechnungen Ergebnis der Interpretation dieser Codes. Das weiß der GKV-Spitzenverband ganz genau“, sagte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum.

Die Klinikträger fordern eine Reform der Abrechnungsprüfungen. „Entscheidend muss der Erfolg der Behandlung sein und nicht das Fehlen einer Unterschrift in der Dokumenta­tion“, hieß es aus der DKG. Wichtig sei außerdem, den Medizinischen Dienst unabhängig von den Krankenkassen neu aufzustellen. © hil/aerzteblatt.de

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