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Politik

Hebammen rufen nach „Geburtshilfe-Stärkungs­gesetz“

Donnerstag, 2. Mai 2019

/nasimi, stockadobecom

Berlin – Der Deutsche Hebammenverband (DHÄV) warnt vor Engpässen bei der Versor­gung gebärender Mütter. Die Geburtshilfe sei seit Jahren unterfinanziert und leide unter Personal­mangel, teilte der Verband heute im Vorfeld des internationalen Hebammen­ta­ges am Sonntag in Berlin mit. Es brauche ein „Geburtshilfe-Stärkungsgesetz“ mit nach­haltigen politischen Maßnahmen, um die Situation zu ändern.

„Wir brauchen mehr Hebammen und eine gute Betreuung rund um die Geburt. Die Situ­ation im Kreißsaal ist mittlerweile so dramatisch, dass einzelne Maßnahmen nicht helfen werden“, sagte Verbandschefin Ulrike Geppert-Orthofer. Im Vergleich mit anderen euro­päischen Ländern betreuen Hebammen in deutschen Kliniken mehr als doppelt so viele werdende Mütter, wie es hieß.

Nach Vorstellungen des Verbands sollte ein Sonderstellenprogramm für Hebammen für mehr Personal bei Geburten sorgen. Zudem sollte eine bessere Notfallversorgung von werdenden Müttern das Personal im Kreißsaal entlasten.

Unterstützung erhielten die Hebammen von den Grünen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn habe „die dramatische Situation in der Geburtshilfe offensichtlich immer noch nicht verstanden“, bemängelte Kirsten Kappert-Gonther, Grünen-Sprecherin für Gesund­heits­förderung. Die aktuelle Situation der Hebammen müsse dringend verbessert werden.

Dazu brauche es Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen in den Kreißsälen. Auch müsse die Personalausstattung in Kliniken so bemessen sein, dass für jede Frau während der Geburt eine 1:1-Betreuung gewährleistet sei. Darüber hinaus sollten Hebammen von fachfremden Arbeiten wie Putzen entlastet werden und die Zusammenarbeit mit Ärzten sollte im Team und auf Augenhöhe erfolgen, so die Grünen. © kna/may/aerzteblatt.de

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