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Politik

Patienten mit Prostatakarzinom können von Therapie mit Apalutamid profitieren

Freitag, 3. Mai 2019

/dpa

Köln – Männer mit nicht metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom, die ein hohes Risiko für die Entwicklung von Metastasen aufweisen, können von einer The­rapie mit dem Androgenrezeptorblocker Apalutamid (Handelsname Erleada) profitieren. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesund­heitswesen (IQWiG) und vergibt in der Nutzenbewertung des Wirkstoffes einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Apalutamid wurde im Januar 2019 zur Hormonentzugstherapie des Prostatakarzinoms zu­gelassen. „Indiziert ist er zur Behandlung von Prostatakrebspatienten, deren Erkrankung kastrationsresistent geworden ist, aber noch nicht metastasiert hat. Das Ziel: Die Ent­wick­lung von Metastasen soll hinausgezögert werden“, informiert das Deutsche Krebsfor­schungszentrum (DKFZ) über die Therapie. 

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„Vor allem bei einem wichtigen patientenrelevanten Endpunkt zeigen sich deutliche Vor­teile: bei der symptomatischen Progression“, berichtet das IQWiG. Dies ist ein aus mehre­ren Komponenten zusammengesetzte Endpunkt, der laut den Wissenschaftlern des Insti­tuts in der Studie zu Apalutamid sorgfältig erhoben wurde.

„In der Vergangenheit haben wir die Art und Weise, wie Progression in onkologischen Studien definiert und erhoben wurde, oft kritisiert“, sagte Stefan Lange, stellvertretender Leiter des IQWiG. „Hier sind die Studienautoren ganz anders vorgegangen: Anstelle blo­ßer Messwerte, etwa eines Tumorwachstums um soundsoviel Millimeter, wurden patholo­gische Frakturen und Kompressionen des Rückenmarks ermittelt sowie Symptome, die einen chirurgischen Eingriff, eine neue systemische Krebstherapie oder eine Strahlen­the­rapie nötig machten. Das ist eindeutig patientenrelevant“, so Lange.

In der Studie trat eine solche symptomatische Progression im Vergleichsarm der Studie etwa doppelt so häufig auf wie im Apalutamidarm. Auch Nebenwirkungen waren unter Apalutamid deutlich häufiger auf als im Vergleichsarm der Studie. Diese Nachteile wie­gen laut dem IQWiG den Vorteil bei der symptomatischen Progression aber nicht auf.

© hil/aerzteblatt.de

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