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Politik

Hebammen im Fokus der Politik

Freitag, 3. Mai 2019

/dpa

Mainz – Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) hat zum Welthebammentag am Sonn­tag sein Engagement zur Stärkung der Geburtshilfe unterstrichen. Die in einem Eckpun­k-te­papier beschlossenen Sofortmaßnahmen zur Sicherstellung einer flächen­de­ckenden Hebammenversorgung würden aktuell umgesetzt, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. So werde derzeit vom IGES-Institut ein Gutachten zur stationären Hebammenversorgung erstellt.

Hebammen und Entbindungspfleger leisten laut Ministerium einen wesentlichen und unverzichtbaren Beitrag für die medizinische Versorgung Schwangerer, junger Mütter und Neugeborener. Mitte Mai starte das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), dass zwei Maßnahmen für eine verbesserte Geburtshilfe vorsehe. Bessere Betreuungsmöglich­keiten sollen die Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Beruf für in Krankenhäusern tätige Hebammen und Entbindungspfleger fördern. Zudem soll ein elektronisches Verzeichnis Familien bei der Suche nach einer Hebamme für die Vor- und Nachsorge oder Geburtsbe­gleitung helfen.

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Ehemaligen Hebammen und Entbindungspflegern wird laut BMG seit Beginn des Jahres der Wiedereinstieg in ihren Beruf erleichtert. Mit einem Gesetzentwurf zur Reform der Hebammenausbildung wird derzeit die in einer EU-Richtlinie geforderte Akademisierung umgesetzt. Die Hebammenausbildung werde stärker wissenschaftlich ausgerichtet und bliebe dennoch berufsnah, heißt es zum Referentenentwurf, der sich in der Verbände- und Ressortabstimmung befindet.

Gestern hatte der Deutsche Hebammenverband beklagt, dass die Geburtshilfe seit Jahren unterfinanziert sei. Es brauche ein „Geburtshilfe-Stärkungsgesetz“ mit nachhaltigen poli­ti­schen Maßnahmen, um die Situation zu ändern. „Die Situation im Kreißsaal ist mittler­weile so dramatisch, dass einzelne Maßnahmen nicht helfen werden“, sagte Verbands­chefin Ulrike Geppert-Orthofer. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern betreu­ten Hebammen in deutschen Kliniken mehr als doppelt so viele werdende Mütter.

Das Sozialministerium in Rheinland-Pfalz hatte kürzlich mitgeteilt, dass es ab dem Schul­jahr 2019/20 mehr Ausbil­dungsplätze für Hebammen und Entbindungspfleger geben soll. Die Zahl werde um rund 50 auf insgesamt 185 Ausbildungsplätze aufgestockt.

Landesweit sind dem Ge­sund­heits­mi­nis­terium zufolge 990 Hebammen tätig. Das seien aber nicht genug. „Es fehlen 49 Fachkräfte, um Angebot und Nachfrage zu decken“, sagte eine Ministeriumssprecherin. Bei der Berechnung werde von 49 Vollzeitstellen ausge­gangen. In der Praxis arbeiteten allerdings viele Hebammen in Teilzeit.

Der Hebammen-Landesverband Rheinland-Pfalz begrüßte die Entwicklung. „Eine der Säu­len der Sicherung von Fachpersonal ist die Ausbildung“, erklärte die Vorsitzende In­grid Mollnar. Die zweite Säule sei es, die Arbeitsbedingungen in den Kliniken schnell zu verbessern. „Regelmäßige ungeplante Zusatzdienste und Überstunden sind für Hebam­men die Regel.“ Es fehle eine ordentliche Personalbemessung und eine angemessene Finanzierung der Geburtshilfe, kritisierte Mollnar. © kna/dpa/aerzteblatt.de

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