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Ausland

Scientology-Schiff wegen Masern vor Karibikinsel unter Quarantäne

Freitag, 3. Mai 2019

Die „Freewinds" steht im Hafen von Castries, St. Lucia, unter Quarantäne. /dpa

Saint John's – Ein Kreuzfahrtschiff der Scientology-Organisation ist wegen eines Masern­falles in einem Hafen der Karibikinsel St. Lucia unter Quarantäne gestellt worden. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr sei es Besatzung und Passagieren seit zwei Tagen nicht erlaubt, das Schiff „Freewinds“ zu verlassen, teilte die Leiterin der medizinischen Dienste des Kleinstaats, Merlene Fredericks-James, gestern mit. An Bord befanden sich etwa 300 Menschen.

Die Schiffsreisenden forderten den Angaben zufolge 100 Impfdosen gegen die Masern an, die ihnen die Behörden von St. Lucia kostenlos zur Verfügung stellen wollten. Impfungen sind bei der Scientology-Organisation, die sich selbst als Kirche beschreibt, erlaubt. Der Masernpatient stand unter verschärfter Beobachtung.

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Der Heimathafen der „Freewinds“ befindet sich auf Curaçao, einer weiter südwestlich gele­genen Karibikinsel. Das Schiff wird laut Darstellung von Scientology für Reisen mit spiritu­ell-religiösem Charakter verwendet.

Laut den jüngsten Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation gab es in der Karibik in diesem Jahr bislang nur einen einzigen Masernfall. Bei dem Patienten handelte es sich um ein vierjähriges Kind auf den Bahamas, das aus Frankreich dorthin gereist war.

Mittlerweile hat das Schiff den Hafen verlassen, wie die örtliche Nachrichtenseite St. Lu­cia Times unter Berufung auf eine Ärztin schreibt. Informationen der Seite Marine­traf­fic.com bestätigten das Ablegen des Schiffes. Es blieb zunächst unklar, welchen Hafen das Schiff nun ansteuert.

© afp/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #759489
MITDENKER
am Donnerstag, 9. Mai 2019, 19:44

Zeitfrage(n) und Leseleistung

Natürlich hat S. Rex - wie immer - mehr Zeit wie ich zum "verstehenden Lesen"; jedenfalls für die Art von Lesen, wie er es gerne versteht bzw. verstanden haben will.
Themaverfehlung meinerseits? FEHLANZEIGE, denn das übergeordnete Thema lautet "Quarantäne wegen Infektionserkrankung(en) auf einem Schiff". Von daher ist mir das "Wurscht", ob es wegen Masern oder Mumps oder sonstwas dazu kam.
Wenn man schonmal die "besondere Situation der Marine" ins Auge faßt, wird es aus einem anderen Grund spannend und besonders: Dort ist eine 100%ige Durchimpfung der Fall. Aber MIST, trotzdem ein Ausbruch, wieder mal keine "Herdenimmunität" - verflixt und zugenäht und auch irgendwie peinlich.

Wenn wir schon über die Masernmortalität in den USA reden (siehe mein Link u. die Statistik): Auch wenn natürlich die Bevölkerungszahl zugenommen hat, beinhaltet die dort hinterlegte Statistik eine prozentuale Komponente, also "rate per 100.000", von daher egal wie hoch die Bevölkerungszahl in toto war, right? Jeder siehe sofort, dass der Hauptrückgang von Maserntoten VOR Impfeinführung geschah. Und nach der Impf-Einführung diesbez. nicht mehr viel bis garnichts passiert ist. Danke an S.Rex, dass er mich und alle Mitlesenden auf die Grafik noch einmal aufmerksam gemacht hat, aber man sehe selbst dort und staune.

PS: Klar, dass die Inhalte von einer "impfkritischen Seite" stammen, in den Mainstream-Medien veröffentlicht man so etwas nicht (auch wenn es eine CDC-Statistik ist). Und wenn doch, dann wird dieses Medium blitzschnell zu einer angeblich "impfkritischen Seite".... was man ja vermeiden will.
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Dienstag, 7. Mai 2019, 23:46

Viel heisse Luft

Offensichtlich ist MITDENKER wieder mal zu sehr mit billiger Effekthascherei beschäftigt und hatte keine Zeit seinen eigenen Link gründlich durchzulesen.

Erstens handelt es sich bei dem zitierten Ausbruch um einen Mumpsausbruch, nicht um einen Masernausbruch, also wurde das Thema verfehlt. Zweitens ist es eine bekannte Tatsache, dass im MMR-Impfstoff die Mumpskomponente die schwächste Wirksamkeit zeigt. Im Normalfall ist dies kein Problem, da die Ansteckungsgefahr (Basisreproduktionsrate) durch Mumps geringer ist und die für Masern notwendige Impfrate in der Regel Mumpsausbrüche verhindert. Und hier kommt Punkt drei ins Spiel, auf einem Schiff der US-Marine gilt die besondere epidemiologische Situation der Kohortierung, durch die erhöhte Zahl an Kontakten kommt es lokal begrenzt doch wieder zu einer effektiven Weitergabe der Erreger. Als Anekdote ist dies Alles ganz hübsch, aber wissenschaftlich unspektakulär. Wie gesagt der einzige triftige Grund für diesen Beitrag ist die billige Effekthascherei bei Lesern, die zu faul zum verstehenden Lesen sind.

Der Link stammt offensichtlich von einer impfkritischen Seite, interessant ist am Ende dieser Seite eine Grafik die oft als Gegenargument in Bezug auf die Masernimpfung zitiert wird: Der Abfall der Masernmortalität von 13,3/100 000 (im Jahr 1900) auf 0,2/100 000 (im Jahr 1963, kurz vor Einführung der Impfung).
Die Bevölkerungszahl der USA war um 1900 bei 76 Millionen, 1960 bei ca. 180 Millionen und ist aktuell bei 327 Millionen. Die Absolutzahl an Maserntoten lag also bei ca. 10 100 im Jahr 1900, bei ca. 360 Toten im Jahr 1963 und würde hochgerechnet auf die aktuelle Bevölkerungszahl bei ca. 650 liegen. Ohne Masernimpfung müssten die USA jährlich mit ca. 650 Maserntoten rechnen. Das Problem bei der Grafik zur Masernmortalität in den USA ist die lineare Skala, welche fälschlicherweise suggeriert, die Masernmortalität würde angeblich nahe Null liegen.
Avatar #759489
MITDENKER
am Sonntag, 5. Mai 2019, 18:57

Tja so gehts..., auch bei der MARINE (US)

https://thefreethoughtproject.com/us-navy-ship-quarantined-sea-vaccination/
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