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Ärzteschaft

Gassen will Patienten für geplatzte Arzttermine zur Kasse bitten

Freitag, 3. Mai 2019

/Yantra, stock.adobe.com

Berlin – Um die Terminvergabe niedergelassener Vertragsärzte zu erleichtern, will die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unzuverlässigen Patienten künftig Strafzettel verpassen. Anfang Mai forderte KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Gassen, Patienten, die mehrfach unentschuldigt einen von der Terminservicestelle (TSS) vermittelten Termin versäumen, zu sanktionieren.

„Es kann nicht sein, dass nur den Ärzten Verpflichtungen auferlegt werden. Die von uns eingeforderte Termingarantie verlangt Termintreue aufseiten der Patienten“, begründete der KBV-Chef seinen Vorschlag.

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Wer mehrfach Arzttermine nicht einhalte, könnte Gassen zufolge beispielsweise für ein oder zwei Jahre von der Vermittlung ausgeschlossen werden. „Möglich wäre auch, dass die Ärzte die entgangenen Zuschläge in Rechnung stellen und die Kassen sich das Geld dann vom Versicherten zurückholen“, betonte der KBV-Chef in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Mithilfe der TSS könnte erstmals eine genaue Statistik zur Einhaltungsquote von Arzt­ter­minen erstellt werden. Denn mithilfe der Datenbank lässt sich erkennen, ob ein Patient ständig Termine unentschuldigt platzen lässt. „Vielleicht ist das Problem gar nicht so groß. Vielleicht ist es aber größer, als wir denken“, so Gassen.

Insgesamt werden die TSS von den Patienten laut KBV kaum in Anspruch genommen. So wurden darüber der KBV zufolge im vergangenen Jahr rund 222.000 Termine vermittelt. „Gemessen an der Zahl von einer Milliarde Arzt-Patienten-Kontakten jährlich ist der Anteil der Patienten, die keinen Termin finden und sich daher an die Servicestellen wenden, verschwindend gering“, resümierte Gassen.

Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz, das in Kürze in Kraft treten soll, werden die Terminservicestellen weiter ausgebaut. So sollen sie demnächst auch Termine bei Hausärzten vermitteln. © hil/sb/aerzteblatt.de

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