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Medizin

Schwerer Tinnitus kann Frauen in den Selbstmord treiben

Montag, 6. Mai 2019

/RFBSIP, stockadobecom

Stockholm – Ein schwerer Tinnitus lässt Frauen häufiger an einen Selbstmord denken. Bei Männern war das Risiko nach den Ergebnissen einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie in JAMA Otolaryngology-Head & Neck Surgery (2019; doi: 10.1001/jamaoto.2019.0566) nicht erhöht.

Ein permanentes Ohrgeräusch kann Depressionen auslösen. Bei einem schweren Tinnitus ist auch das Suizidrisiko erhöht. In der „Stockholm Public Health Cohort“-Studie, in der regelmäßig ein Querschnitt der Bevölkerung nach seiner Gesundheit befragt wird, gab jeder fünfte Erwachsene an, unter Ohrgeräuschen zu leiden. Insgesamt 2,8 % stufen ihren Tinnitus als schweres Gesundheitsproblem ein.

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Von den Frauen mit schwerem Tinnitus gaben 9,4 %, also fast jede zehnte, an, schon einen Selbstmordversuch unternommen zu haben, bei den Männern waren es „nur“ 5,5 %. Das Risiko war nach den Berechnungen von Christopher Cederroth vom Karolinska Institut in Stockholm nur für Frauen statistisch signifikant (Odds Ratio 1,57; 95-%-Konfidenzintervall 1,17 bis 2,10). Für Männer war unter Berücksichtigung anderer Risikofaktoren kein erhöhtes Risiko nachweisbar (Odds Ratio 0,98; 0,67-1,44).

Warum Frauen stärker gefährdet sind als Männer, konnte Cederroth nicht klären. Eine medizinische Betreuung scheint den Betroffenen jedoch zu helfen, auch wenn es derzeit keine Therapie gibt, die die Geräusche auf Dauer abstellen kann. Unter den (wenigen) Frauen und Männern, bei denen die Tinnitusdiagnose von einem Arzt bestätigt wurde, war das Risiko auf einen Suizidversuch nicht erhöht.

© rme/aerzteblatt.de

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