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Bluttestaffäre: CDU fordert von Uniklinik mehr Transparenz

Montag, 6. Mai 2019

/zabava_t, stockadobecom

Stuttgart/Heidelberg – Die CDU-Landtagsfraktion hat die Uniklinik Heidelberg aufge­for­dert, in der Affäre um den umstrittenen Bluttest für Brustkrebs mit offenen Karten zu spielen. „Maximale Transparenz sieht anders aus“, sagte die Hochschulexpertin der Frak­tion, Marion Gentges, in Stuttgart.

Die Forderung sei umso dringlicher, da es bei den Vorgängen auch um Steuergelder gehe, mit denen die Forschung zu der Innovation finanziert worden sei. Der Wirbel um eine PR-Kampagne des Chefs der Frauenklinik, Christof Sohn, zu einer vermeintlich schon markt­reifen Krebsfrüherkennungsmethode schade dem Ruf der ältesten deutschen Universität und ihres Klinikums. Vernachlässigte Aufsichtspflichten des Wissenschaftsministeriums sehe sie aber nicht.

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Auch nach der Beantwortung einer Anfrage ihrer Fraktion an das Ministerium seien noch zahlreiche Fragen offen, die insbesondere das Klinikum beantworten müsse. „In den Ant­worten ist das Klinikum immer knapp zitiert worden.“ Je kürzer man sich fasse, desto we­niger Blößen könne man sich geben, merkte die Juristin kritisch an. Auch sei das Ministe­rium erst im März dieses Jahres und damit sehr spät von den Vorgängen informiert wor­den. Der personelle Wechsel im Forscherteam zum Bluttest im Jahr 2017 wäre der rich­tige Zeitpunkt gewesen, sagte Gentges.

Auffällig seien auch manche zeitliche Überlappungen: Genau zu der Zeit, als das Referat Hochschulmedizin im Ministerium nicht besetzt gewesen sei, seien Frauenklinikchef Sohn, seine Kollegin und Projektleiterin Sarah Schott und der Unternehmer Jürgen Harder als Gesellschafter in die Klinikausgründung Heiscreen eingetreten.

Diese Gesellschaft, an der Sohn 4,85, Schott 7,3, die Technology Transfer Heidelberg GmbH 48,63 und die MammaScreen Beteiligungs GmbH von Harder 39,22 Prozent halten, sollte den Test vermarkten. Von Heiscreen erwarte sie, die Kriterien für die Aufnahme von Gesellschaftern offenzulegen ebenso wie die Ergebnisse der Versammlung der Gesell­schaf­ter am vergangenen Montag. Diese hatten allerdings Stillschweigen vereinbart.

Zudem sei eine Bundesförderung für das Forscherteam widerrufen worden – just als sich dessen Zusammensetzung geändert hatte und jungen Forschern gegen ihren Willen die Verantwortung dafür entzogen worden war. Gentges will überdies erfahren, woher die 80.000 Euro kommen, die die PR-Kampagne rund um Sohns Präsentation im Februar dieses Jahres gekostet haben soll.

Die Uniklinik Heidelberg verweist derzeit bei Anfragen der Medien auf mehrere Kommis­sionen, die gerade die Sachverhalte unter die Lupe nehmen. © dpa/aerzteblatt.de

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