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Medizin

Antiretrovirale HIV-Therapie verhindert Infektion des gesunden Partners

Montag, 6. Mai 2019

HIV Test /gamjai AdobeStock.com
In Deutschland lebten nach RKI-Daten Ende 2017 rund 86.000 Menschen mit HIV. Die Zahl der Neuinfektionen im Jahr 2017 wurde auf etwa 2.700 geschätzt. /gamjai, stock.adobe.com

London – Eine antiretrovirale Therapie der HIV-Infektion (ART) kann die Übertragung des Virus auf Sexualpartner verhindern. Das zeigt eine prospektive Beobachtungsstudie mit rund 780 schwulen Paaren aus 14 europäischen Ländern, die Wissenschaftler um Alison Rodger vom University College London im Lancet publiziert haben (2019; doi: 10.1016/S0140-6736(19)30418-0).

Im gesamten Zeitraum von im Mittel 2 Jahren habe sich keiner der nicht infizierten Partner bei seinem HIV-positiven Lebensgefährten angesteckt – trotz ungeschützten Geschlechts­verkehrs. Das Risiko einer Ansteckung für Homosexuelle sei gleich null, solange der mit HIV infizierte Geschlechtspartner konsequent die entsprechenden Medikamente einnehme und die Viruslast im Körper in der Folge sehr gering sei, erklärte Rodger.

Das Ergebnis der Studie bestätige die Annahme vieler Experten, dass „nicht nachweisbar auch nicht übertragbar“ bedeute, hieß es vom Fachjournal. Die HIV-infizierten Partner wurden mit antiretroviralen Medikamenten behandelt, die das Virus auf ein sehr niedriges Niveau von weniger als 200 HIV-1-RNA-Kopien/ml im Blutplasma senken. Andere Studien mit heterosexuellen oder homosexuellen Paaren hatten zuvor bereits vergleichbare Daten geliefert.

Das UN-Programm Unaids begrüßte die neuen Ergebnisse als „großartige Neuigkeiten“. „Mit HIV lebende Menschen haben nun die Bestätigung, dass sie – regelmäßige Medikamenten­einnahme und eine geringe Viruslast vorausgesetzt – nicht infektiös sind“, erklärte Unaids-Chef Michel Sidibé. Das werde ihre Selbstachtung und ihr Selbstvertrauen verbessern.

Gut 11.000 Menschen wissen nichts von ihrer HIV-Infektion

Ein großer Teil aller HIV-Übertragungen geht Unaids zufolge allerdings auf die Phase zurück, in der sich Menschen gerade selbst angesteckt haben, aber noch nichts von ihrer Infektion wissen. Ihre Viruslast ist mangels entsprechender Therapie hoch und das Risiko, den Erreger weiterzugeben, daher vergleichsweise groß. In Deutschland wissen nach Schätzungen des zuständigen Robert-Koch-Instituts (RKI) für 2017 gut 11.000 Menschen nichts von ihrer HIV-Infektion.

Unaids hofft darauf, dass die Ergebnisse mehr Menschen dazu bringen, sich möglichst früh testen zu lassen und gegebenenfalls eine Therapie zu beginnen. Das Ziel müsse zudem weltweit sein, allen HIV-positiven Menschen Zugang zu Tests und einer effektiven Behandlung zu ermöglichen, betonen UN-Programm und Studienautoren gleichermaßen.

© dpa/gie/aerzteblatt.de

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