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Gastroenterologen rufen zur Darmkrebs­früherkennung auf

Dienstag, 7. Mai 2019

/dpa

Berlin/Oakland– Eine Analyse von 1.750 Darmkrebstodesfällen in Kalifornien hat erge­ben, dass rund zwei Drittel der Verstorbenen keine ausreichende Darmkrebsfrüh­erken­nung durchlaufen hatten. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hat daher jetzt auf die Bedeutung der Früher­ken­nung und die neuen Regelungen in Deutschland hingewiesen.

Den Wissenschaftlern um Douglas Corley zufolge hatten 34 Prozent der Verstorbenen nie an einem Screening per Koloskopie oder Bluttest teilgenommen. Weitere 33 Prozent hatten Früherkennungsangebote wahrgenommen, diese aber nicht in den empfohlenen Abständen wiederholt.

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Etwa acht Prozent hatten auffällige Testergebnisse nicht weiter abklären lassen. In der Untersuchung berücksichtigt wurden Menschen im Alter zwischen 55 und 90 Jahren, die zwischen 2006 und 2012 an Darmkrebs verstorben waren. Die Studie ist in der Fachzeit­schrift Gastroenterology erschienen (2019; doi: 10.1053/j.gastro.2018.09.040).

„Kaum ein anderes Früherkennungsprogramm ist so wichtig und effizient wie die Darm­krebsfrüherkennung mit immunologischem Test und Koloskopie“, sagte Christian Pox, Chefarzt der Medizinischen Klinik St.-Joseph-Stift-Bremen, einer der Koordinatoren der DGVS-Leitlinie Kolorektales Karzinom.

Das Programm zur Früherkennung von Darmkrebs sieht vor, dass Männer und Frauen zwi­schen 50 und 54 Jahren einmal jährlich einen immunologischen Test (iFOBT) auf okkultes Blut im Stuhl von den Krankenkassen erstattet bekommen. Ab 55 Jahren haben Versicher­t­e alle zwei Jahre Anspruch auf einen immunologischen Test, sofern sie keine Darm­spie­ge­lung durchführen lassen.

Neu ist seit Mitte April, dass Männer bereits ab 50 Jahren Anspruch auf die Vorsorgedarm­spiegelung haben, nicht mehr erst ab 55 Jahren. Frauen wird die Vorsorgedarmspiegelung ab dem Alter von 55 Jahren von den Krankenkassen erstattet. Ab Juli 2019 werden alle Versicherten ab dem 50. Lebensjahr von ihren Krankenkassen zur Teilnahme am Darm­krebsscreening eingeladen.

Hintergrund ist, dass in Deutschland laut DGVS jedes Jahr etwa 60.000 Menschen neu an Darmkrebs erkranken. Er ist hierzulande bei Frauen die zweithäufigste, bei Männern die dritthäufigste Krebserkrankung. © hil/aerzteblatt.de

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