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Medizin

FDA-Studie: Sonnenschutzmittel regelmäßig im Blut nachweisbar

Dienstag, 7. Mai 2019

/Josu Ozkaritz, stockadobecom

Silver Spring/Maryland – Die aktiven Wirkstoffe aus 4 häufig verwendeten Sonnen­schutz­mitteln sind nach dem Auftragen auf die Haut regelmäßig im Blut nachweisbar. Dies ergab eine Untersuchung der US-Arzneimittelbehörde FDA im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2019; doi: 10.1001/jama.2019.5586).

Sonnenschutzmittel, die UV-Licht auf der Hautoberfläche blockieren, können vor Sonnen­brand, aktinischer Keratose und Spinaliomen der Haut schützen. Die Cremes, Lotions und Sprays haben deshalb einen medizinischen Nutzen. Sie sind aber keine zugelassenen Arz­neimittel und ihre Sicherheit wurde nicht in randomisierten klinischen Studien unter­sucht. Es fehlen großenteils sogar präklinische Studien, in denen die Substanzen auf ihre etwaige Karzinogenität oder Teratogenität hin untersucht wurden.

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Dass diese Frage nicht belanglos ist, zeigen frühere Untersuchungen zu dem Lichtschutz­faktor Oxybenzon, der nicht nur in Blut und Urin, sondern auch in der Muttermilch und laut FDA sogar im Fruchtwasser nachgewiesen wurde. Ob dies zu Schäden für das Kind führt, ist nach Einschätzung der FDA zu wenig untersucht.

Oxybenzon gehört neben Cinoxat, Dioxybenzon, Ensulizol, Homosalat, Meradimat, Octi­noxat, Octisalat, Octocrylen, Padimat O, Sulisobenzon und Avobenzon zu einem Dutzend Lichtschutzfaktoren, deren „Effektivität und Sicherheit“ nach einer geplanten Mono­gra­fie der FDA nicht belegt sind. Als „allgemein anerkannt sichere und effektive“ Substan­zen („generally regarded as safe and effective”, GRASE) gelten für die US-Behörde derzeit nur Zinkoxid und Titandioxid.

Die FDA hat, um die Bedenken zu untermauern, die perkutane Resorption von 4 Licht­schutzfaktoren (Avobenzon, Oxybenzon, Octocrylen und Ecamsul) in einer randomisierten Studie an gesunden Probanden untersuchen lassen. Die 24 Erwachsenen trugen kommer­ziell erhältliche Cremes, Lotions oder Sprays an 4 Tagen 4-mal täglich in der empfoh­lenen Menge (2 mg/cm2) auf 75 % ihrer Körperoberfläche auf.

Wie ein FDA-Team um David Strauss berichtet, waren danach alle 4 Lichtschutz­fakto­ren in einer Konzentration von mehr als 0,5 ng/dl im Blut nachweisbar, ab der die Behör­de systemische Effekte für möglich hält. Der Grenzwert wurde in der Regel bereits nach einem Tag erreicht und nach mehrtägiger Anwendung stiegen die Serumkonzentrationen an, was die Bedenken weiter erhöhen dürfte.

Der Dermatologe Kanade Shinkai von der Universität von Kalifornien in San Francisco schreibt in einem Editorial, dass vom Nachweis der Lichtschutzfaktoren im Blut allein nicht auf eine schädliche Wirkung geschlossen werden könne. Die Untersuchung zeige jedoch, dass weitere Tests dringend notwendig seien. Dies gelte vor allem für Kinder, deren Körperoberfläche im Verhältnis zum Körpervolumen größer ist als bei Erwachsenen und bei denen deshalb mit einer höheren Resorption gerechnet werden müsse. © rme/aerzteblatt.de

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