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Medizin

BPH-Medikamente können die Diagnose eines Prostatakarzinoms verzögern

Dienstag, 7. Mai 2019

/Sherry Young, stock.adobe.com

San Diego – Die Behandlung einer benignen Prostatahyperplasie (BPH) mit 5alpha-Reduktasehemmern kann wegen eines Abfalls des PSA-Werts ein Prostatakarzinom maskieren. Bei US-Veteranen kam es laut einer Studie in JAMA Internal Medicine (2019; doi: 10.1001/jamainternmed.2019.0280) zu einer Verzögerung bis zur Diagnose um 2 Jahre. Die Karzinome wurden doppelt so häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt und die Sterblichkeit war erhöht.

5alpha-Reduktasehemmer wie Finasterid und Dutasterid verkleinern die Prostata. Das Kaliber der Harnröhre wird vergrößert, die Miktion erleichtert und Harnwegsbeschwerden vermieden. Ein Nebeneffekt der Behandlung ist ein Rückgang der PSA-Konzentration um 50 %. Randomisierte Studien haben gezeigt, dass eine Früherkennung des Prostatakarzinoms weiterhin möglich ist – wenn die Ärzte die Grenzwerte entsprechend senken.

Dies scheint in der Praxis häufig vergessen zu werden, wie eine Untersuchung von Brent Rose von der UC San Diego School of Medicine zeigt. Der Radiologe hat die Daten von etwa 80.000 US-Veteranen ausgewertet, die an einem Prostatakarzinom erkrankt waren. Darunter waren etwa 8.500 Männer, die mit 5alpha-Reduktasehemmern behandelt wurden. Der PSA-Wert lag bei diesen Männern zum Zeitpunkt der Diagnose bei 6,5 ng/ml und damit exakt so hoch wie bei den Männern, die nicht mit 5alpha-Reduktasehemmern behandelt wurden.

Vom ersten Anstieg des PSA-Werts bis zur Diagnose vergingen bei den Männern, die 5alpha-Reduktasehemmer einnahmen, 3,6 Jahre gegenüber nur 1,4 Jahren bei den Männern, die diese Medikamente nicht anwendeten. Die Differenz von 2,2 Jahren hatte klinische Folgen.

Zum Zeitpunkt der Biopsie war der PSA-Wert bei den Anwendern der 5alpha-Reduktase­hemmer mit 13,5 ng/ml gegenüber 6,4 ng/ml deutlich höher. Insgesamt 25,2 % gegenüber 17,0 % hatten einen Gleason-Grad 8 oder höher, und bei 4,7 versus 2,9 % hatte der Tumor das Stadium 3 erreicht. Bei 6,7 versus 2,9 Prozent hatte der Krebs bereits metastasiert.

Rose ermittelt sogar ein erhöhtes Sterberisiko. Die kumulative prostatakarzinomspezifische Sterblichkeit nach 12 Jahren betrug bei den Anwendern der 5alpha-Reduktasehemmer 13 % gegenüber 8 % bei den Nichtanwendern. Die Gesamtsterblichkeit war ebenfalls signifikant erhöht.

Rose sieht die Fehler nicht nur bei den Ärzten. In den Leitlinien werde keine optimale Methode zur Umrechnung des PSA-Wertes bei 5alpha-Reduktasehemmer-Anwendern genannt, kritisiert der Mediziner. © rme/aerzteblatt.de

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