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Medizin

Studie findet nur minimale Auswirkungen von Social Media auf die Lebensqualität von Jugendlichen

Dienstag, 7. Mai 2019

/BT IMAGE, stockadobecom

Oxford/Hohenheim – Facebook, Twitter, Instagram und Co. haben auch bei intensiver Nutzung kaum einen Einfluss auf die Lebensqualität von Teenagern. Das berichten Wissenschaftler der University of Oxford und der Universität Hohenheim in den Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS, doi: 10.1073/pnas.1902058116). Die Daten stammen aus der achtjährigen britischen Langzeitstudie „Understanding Society“.

Den Forschern zufolge waren bisherige Studien zur Technikfolgenabschätzung von Social Media häufig zu klein oder es handelte sich nur um Momentaufnahmen. Für ihre Ver­öffentlichung werteten die Autoren dagegen die Angaben von 5.492 Teenagern aus. Bis zu 8 Jahre lang hatten diese regelmäßig angegeben, wie viele Stunden sie an einem nor­malen Schultag mit Social Media verbrachten und wie hoch ihre gegenwärtige Lebenszu­friedenheit sei.

Die Anzahl der Stunden markierten sie auf einer 5-stufigen Skala zwischen 0 bis 7 und mehr Stunden. Ihre Lebenszufriedenheit markierten sie auf einer Skala von Smileys mit 7 Stufen. Dabei unterschieden sie verschiedene Bereiche wie die Zufriedenheit mit Freund­schaften, Aussehen oder familiäre Situation.

„Wenn man leichte Tendenzen sucht, lässt sich sagen, dass wir eine ganz schwache Wech­selwirkung zwischen Social-Media-Konsum und Lebenszufriedenheit gefunden haben“, sagte Tobias Dienlin vom Fachgebiet Medienpsychologie der Universität Hohenheim. Nehme der Social-Media-Konsum zu, reduziere sich die Lebenszufriedenheit geringfügig. Gleichzeitig steige bei sinkender Lebenszufriedenheit auch in ganz leichtem Maße der Social-Media-Konsum.

„Die Effekte scheinen dabei für Mädchen etwas ausgeprägter zu sein als für Jungen“, sagte Tobias Dienlin vom Fachgebiet Medienpsychologie der Universität Hohenheim. Die Effekte seien jedoch minimal: In Zahlen ausgedrückt ließen sich Veränderungen in der Lebenszufriedenheit nur zu weniger als einem Prozent auf den Social-Media-Konsum zurückführen, so Dienlin.

„Bislang wird die aktuelle Debatte meist durch Studien mit geringer Aussagekraft be­stimmt. Die Studie ist deshalb ein wichtiger Schritt, um Technikfolgen für das Wohler­gehen von Heranwachsenden zu bestimmen“, erläuterte Andrew Przybylski, Director of Research am Oxford Internet Institute. © hil/aerzteblatt.de

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