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Neue Leitlinie zur idiopathischen intrakraniellen Hypertension

Donnerstag, 9. Mai 2019

/motortion, stockadobecom

Berlin – Eine vollständige überarbeitete Leitlinie zur idiopathischen intrakraniellen Hypertension hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) vorgestellt. Sie richtet sich an Neurologen, Neurochirurgen, Augenärzte, Kinder- und Jugendmediziner sowie Neuroradiologen, die Patienten mit idiopathischer und sekundärer intrakranieller Hyper­tension behandeln.

Die S1-Leitlinien bezieht sich auf Erwachsene und auf Jugendliche nach der Pubertät, nicht auf Kinder. Eine Leitlinie für diese Patientengruppe ist der DGN zufolge in Arbeit.

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Die idiopathische intrakranielle Hypertension bezeichnet eine Liquordrucksteigerung im Kopf ohne Nachweis einer intrakraniellen Raumforderung oder einer akuten Thrombose der venösen Blutleiter. Die Leitlinie stellt diagnostische und therapeutische Maßnahmen dar und gibt Empfehlungen zur Akut- und Langzeittherapie.

Eine Vielzahl von Medikamenten können zu Liquordrucksteigerungen führen, zum Bei­spiel Tetrazykline. Auch Anlagevarianten der Hirnsinus und klinisch inapparent abgelau­fene Sinusthrombosen können den Liquordruck steigern.

„Etwa zehn Prozent der Patienten mit therapierefraktären chronischen, täglichen Kopf­schmerzen könnten unter intrakranieller Hypertension leiden und sollten auch ohne klinisch manifeste Stauungspapillen eine Liquordruckmessung erhalten“, schreiben die Leitlinienautoren um den Koordinator Ullrich Wüllner, stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie des Universitäts­klinikums Bonn.

Die Leitliniengruppe empfiehlt eine individualisierte Therapie, eskalierend entsprechend dem Schwergrad der Sehverschlechterung und der Ausprägung eines Papillenödems. Kopfschmerzen könnten eine Indikation zur internen Liquorableitung oder zur interven­tionellen Therapie sein. 

Neu in die Leitlinie aufgenommen wurde unter anderem, dass Gewichtsreduktion plus Acetazolamid der alleinigen Gewichtsreduktion überlegen ist. Gesichtsfeld, Papillenödem, Lebensqualität und Liquordruck waren in der mit Acetazolamid behandelten Gruppe signifikant verbessert. Bei starkem Übergewicht (Adipositas per magna) sollten Ärzte und Patienten laut Leitlinienautoren auch die Adipositaschirurgie erwägen.

Die Vorgängerleitlinie stammt aus dem Jahr 2012. Die neue Leitlinie ist bis Februar 2024 gültig. © hil/aerzteblatt.de

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