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Schlaganfall-Hilfe beklagt Mangel an Neuropsychologen in der Nachsorge

Dienstag, 7. Mai 2019

/thodonal, stockadobecom

Berlin – Viele Schlaganfallpatienten leiden langfristig an den Folgen ihrer Erkrankung – auch wenn dies für ihre Umwelt und ihre Arbeitgeber oft nicht sofort sichtbar ist. „Das Gehirn braucht in den ersten 18 bis 36 Monaten nach dem Schlaganfall extrem viele Erholungspausen“, erläutert Caroline Kuhn, Leiterin der Neuropsychologischen Lehr- und Forschungsambulanz der Universität des Saarlandes. Sie berät die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Zu den häufigsten neuropsychologischen Funktionsstörungen nach Schlaganfall zählen laut der Neuropsychologin Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefizite, oft einher­ge­hend mit Gedächtnislücken und Planungsstörungen. Nicht selten seien Patienten schon mit der Organisation ihres Einkaufs überfordert. Ebenfalls häufig komme es zu Sprach- oder Sehstörungen und zu emotionalen Veränderungen, die vor allem die Beziehung zu Partnern und Angehörigen belasten könnten.

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Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe rät Betroffenen dazu, professionelle Hilfe von Neuropsychologen in Anspruch zu nehmen. Die Krankenkassen erstatten diese Behand­lungen seit einigen Jahren. Allerdings müssten Patienten oft monatelang auf einen am­bulanten Termin warten.

Thomas Guthke, erster Vorsitzender der Gesellschaft für Neuropsychologie, spricht von einem „extremen Defizit im Angebot neuropsychologischer Leistungen, das insbesondere im ambulanten Bereich sehr deutlich wird.“ Die Fachgesellschaft hat überschlagen, dass es in Deutschland Bedarf für mindestens 1.000 ambulante Neuropsychologen gibt. Aktu­ell seien in Deutschland aber nur rund 200 tätig.

Laut der Stiftung werde es vermutlich noch Jahre dauern, bis sich die Situation ent­spanne. Kuhn empfiehlt Patienten, die keinen Termin bekommen, sich zunächst an einen Ergotherapeuten zu wenden. „Dabei sollte man bei der Auswahl der Praxis darauf achten, dass die Therapeuten auf neurologische Erkrankungen spezialisiert sind“, so die Neuro­psychologin. © hil/aerzteblatt.de

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