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Medizin

US-Forscher entwickeln Schnelltest zur Erkennung bakterieller Infekte

Donnerstag, 9. Mai 2019

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer polymikrobiellen Probe mit E. coli (stabförmig) und S. aureus (sphärisch). Durch die Entwicklung einer Einzelzellenanalysetechnik demonstriert das Forschungsteam eine schnelle Klassifizierung der Bakterien und die Bestimmung ihrer Antibiotikaresistenzprofile. /Wong Lab, Penn State

Washington – Die Zeiten, in denen Patienten unnötig starke Antibiotika einnehmen, könnten dank eines neuen Schnelltests womöglich bald vorbei sein. Wissenschaftler der US-Universität Penn State stellten heute im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences (2019; doi: 10.1073/pnas.1819569116) ein neues Gerät vor, das Bakterien bei Patienten binnen weniger Stunden nachweisen soll und so das tagelange Werten auf Laborergebnisse überflüssig machen könnte.

Mit dem Gerät können den Forschern zufolge mit Mikrotechnologie Bakterienzellen auf­ge­spürt und nach ihrer Form nach Kategorien unterschieden werden. Zur ihrer genauen Bestimmung wird allerdings ein Elektronenmikroskop gebraucht.

Mit dem Schnelltest kann nach Angaben der Forscher innerhalb einer halben Stunde fest­gestellt werden, ob sich überhaupt Bakterien in einer Probe befinden. So aufgespürte Er­reger können mit verschiedenen Antibiotika behandelt werden, sodass innerhalb weniger Stunden sichtbar wird, gegen welche Mittel sie resistent sind.

Beim herkömmlichen Verfahren werden Bakterienkulturen im Labor angelegt, sodass Ergebnisse erst nach 3 bis 5 Tagen vorliegen. Dies führe dazu, dass derzeit Antibiotika auf Verdacht verschrieben würden, selbst wenn gar keine bakterielle Infektion vorliege, sagte der Biomediziningenieur Pak Kin Wong, der das neue Testgerät mit entwickelt hat. Der übermäßige Antibiotikaeinsatz in der Humanmedizin hat zur Entwicklung gefährlicher Resistenzen bei Krankheitserregern beigetragen.

Wong machte anhand eines Beispiels den Nutzen der Neuentwicklung deutlich. Harn­wegs­infekte seien die häufigsten bakteriellen Infekte. „Trotzdem sind 75 Prozent der Urin­proben, die in ein Labor eingeschickt werden, negativ.“ Mit einem Bakterienschnelltest könne „die Behandlung von Patienten bedeutend verbessert“ werden.

Wong und sein Team haben für ihre Erfindung ein vorläufiges Patent beantragt. Sie arbei­ten noch daran, die Größe des Geräts zu verringern, damit es in Krankenhäusern und Arzt­praxen eingesetzt werden kann. Nach Wongs Einschätzung könnte der Schnelltest in etwa drei Jahren marktreif sein. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #557975
Markus Gulich
am Freitag, 10. Mai 2019, 09:18

Was soll das?

Die hier berichtete geschichte ist wirklich peinlich. Es geht um eine grundsätzliche machbarkeitsuntersuchung, dass ein Gerät (in dem ein Elektronenmikroskop drinsteckt) in der Lage ist, überhaupt Bakterienzellen zu erkennen. Und was soll das?
Die Überschrift nennt das einen "Schnelltest", das Gerät braucht ein eigenes Gebäude und eine eigene Stromversorgung und eine Handvoll eigener techniker und Spezialisten, kostet siebenstellige Beträge und erbringt keinerlei Informationen über das Vorliegen einer Infektion. Und für das Deutsche Ärzteblatt ist das ein Schnelltest!
Avatar #106007
nindak
am Donnerstag, 9. Mai 2019, 19:45

Medizinboulevard

Das ist wirklich Boulevardjournalismus. In welchem Medium wird da getestet? Wo werden da „Bakterienzellen aufgespürt“. Bitte weniger Begeisterung und mehr Präzision!
Avatar #106007
nindak
am Donnerstag, 9. Mai 2019, 19:45

Medizinboulevard

Das ist wirklich Boulevardjournalismus. In welchem Medium wird da getestet? Wo werden da „Bakterienzellen aufgespürt“. Bitte weniger Begeisterung und mehr Präzision!
LNS

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