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Politik

Krankenkassen sollen Kosten für ambulante Krebsberatung mittragen

Dienstag, 7. Mai 2019

/dpa

Berlin – Ambulante Krebsberatungsstellen sollen ab dem 1. Januar 2020 von den Kran­kenkassen mit zunächst jährlich rund 21 Millionen Euro gefördert werden. Das sieht ein Änderungs­antrag der Bundestagsfraktionen von Union und SPD vor, der dem Deut­schen Ärzteblatt vorliegt. Die Änderung soll an das Ge­setz zur Reform der Psychothera­peu­tenausbildung angehängt werden.

Hintergrund für den Vorstoß ist die derzeitige Finanzierung der Krebsberatungsstellen, die bisher zu einem großen Teil auf Spenden­ verschiedener Kostenträger basiert, wie Union und SPD schreiben. Grund sei, dass die ambulante psychosoziale Beratung auf­grund ihrer psychosozialen Zielsetzung grundsätzlich nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) gehöre.

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Dennoch böten die ambulanten psychosozialen Krebsberatungsstellen Betroffenen eine niedrigschwellige psychosoziale Versorgung an und erfüllten auch eine Lotsenfunktion bei der Vermittlung und Erschließung weiterführender Leistungsangebote, so Union und SPD. Sie verweisen auf Ziele des Nationalen Krebsplans, der vorsehe, dass alle Krebs­kranken und ihre Angehörigen bei Bedarf eine angemessene psychoonkologische Ver­sorgung erhalten. Das beinhalte eine nachhaltige Finanzierung.

Zur Sicherung einer dauerhaften Versorgung sei es „sachgerecht, dass die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung eine Finanzierungsverantwortung für diejenigen Leistungsanteile der ambulanten psychosozialen Krebsberatung übernimmt, die ihrem Aufgabenbereich zuzuordnen sind“, heißt es in dem Antrag. Dies betreffe die Beratung mit psychologischer Schwerpunktsetzung und psychoonkologischer Krisenintervention.

Unter Zugrundelegung der in einer Studie projizierten Gesamtkosten für die ambulante psychosoziale Krebsbera­tung von 44 bis 52 Millionen Euro, die zur Versorgungsdeckung notwendig wären, betrage der Kostenanteil der GKV rund 21 Millionen Euro, rechnen die Fraktionen der Großen Koalition vor. Die Förderung soll von anfangs 21 Millionen Euro ab dem Jahr 2023 weiter erhöht werden.

Gefördert werden sollen dem Antrag zufolge ambulante Krebsbera­tungs­stellen, die an Krebs erkrankten Personen und ihren Ange­höri­gen psychoonko­lo­gische Beratung und Unterstützung anbieten. Nicht gefördert werden sollen psychiatrische oder psychothera­peuti­sche Behandlungen von psychischen Störungen, ein­schließlich der Durchführung von Richtlinienpsychotherapie, die bereits jetzt als Regelleistung von der GKV erbracht wer­den.

Der GKV-Spitzenverband soll die genauen Förder­voraussetzungen festlegen. Die Vergabe soll auf Antrag erfolgen und für drei Jahre gelten. In den Grundsätzen seien zum Beispiel die Anforderungen an ein bedarfsgerechtes und wirtschaftliches Leistungsangebot fest­zulegen, um einheitliche und qualitätsgesicherte möglichst flächendeckende Beratungs- und Unterstützungsangebote durch die Krebsberatungsstellen zu gewährleisten, heißt es.

Auch Qualitätssicherung klären

Festzulegen seien darüber hinaus Mindestanforderungen an die sächliche und personelle Ausstattung der Krebsberatungsstellen sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung. „Zu diesen zählen unter anderem Anforderungen an die erforderliche Dokumentation der erbrachten Leistungen, an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement sowie an durchzuführende Fortbildungen“, betonen Union und SPD.

Bei der Erarbeitung sollen die „für die Wahrnehmung der Interessen der ambulanten psychosozialen Krebsberatungsstellen auf Bundesebene maßgeblichen Organisationen, insbesondere die Deutsche Krebshilfe, die Deutsche Krebsgesellschaft und die Bundes­arbeitsgemeinschaft für ambulante psychosoziale Krebsberatung“ beteiligt werden.

Um in der Übergangsphase eine Planungssicherheit und den Weiterbetrieb der bestehenden Krebsberatungsstellen zu gewährleisten, seien darüber hinaus entsprechende Übergangs­regelungen und Fristen vorzusehen, innerhalb derer die Fördervoraussetzungen erfüllt werden müssten. © may/aerzteblatt.de

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