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Politik

Grüne wollen Masern­impfpflicht für Kitakinder

Mittwoch, 8. Mai 2019

/dpa

Berlin – In der Debatte über eine Impfpflicht wollen die Grünen eine Masernschutz­im­pfung zur verbindlichen Bedingung für die Aufnahme von Kindern in Kitas machen. Die Bundestagsfraktion fasste dazu gestern einen entsprechenden Beschluss.

Der Antrag für den Bundestag sieht zudem vor, dass „so schnell wie möglich einen aus­reichenden Impfschutz“ nachweisen muss, wer in Betreuungseinrichtungen für Kinder, Schulen oder Pflegeeinrichtungen arbeitet. Um die Impfquoten bei Erwachsenen für Masern und anderen empfohlenen Impfungen zu erhöhen, soll ein „Einladungswesen“ durch niedergelassene Ärzte etabliert werden.

Mit dem Thema taten die Grünen sich zuletzt schwer. Ihre Gesundheitsexpertin Kordula Schulz-Asche hatte sich zurückhaltend zu einer Impfpflicht geäußert. Impfungen seien „gelebte Solidarität“, Masern und andere Infektionskrankheiten sollten „endlich eliminiert werden“, sagte sie nun. Um diejenigen zu schützen, die nicht geimpft werden könnten, brauche es eine hohe Impfquote sowohl bei Kindern als auch bei Er­wachsenen.

Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte: „Es braucht eine umfassende Impfberatung. Und die Masernimpfung muss verbindliche Voraussetzung für die Aufnahme in eine Kin­derbetreuungseinrichtung sein.“ Daneben brauche es einen digitalen Impfpass mit auto­matischer Erinnerung an nötige Auffrischungen. „Ärzte sollten künftig regelmäßig und gezielt zur Impfung einladen“, sagte sie.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plant eine Masernimpfpflicht ab März 2020 für Kinder und bestimmte Berufsgruppen wie Erzieher, Ärzte, Medizinische Fachange­stellte und Pflegepersonal.

Der Vorstoß hat eine heftige Debatte angestoßen. Es gibt in allen politischen Lagern Geg­ner und Befürworter einer Impfpflicht. Auch die Fachwelt ist sich in dieser Frage nicht einig. Heute signalisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Unterstützung für die ge­plante Masern-Impfpflicht in Kitas und Schulen signalisiert.

Wer sich impfen lasse, könne Zivilisationskrankheiten vermeiden, sagte Merkel bei einem Kongress der Unionsfraktion zu globalen Gesundheitsfragen in Berlin. Die deutsche Dis­kussion über das Thema werde von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit großem Nachdruck „und zu Recht“ geführt, wolle sie ausdrücklich sagen.

Göring-Eckardt kritisierte, Spahn habe „überhaupt keine Antworten“ auf die unzureichen­de Impfquote bei Erwachsenen.

© dpa/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #79783
Practicus
am Samstag, 11. Mai 2019, 00:27

Schon wieder @Mitdenker

Sorry, aber einen "Nestschutz" für die Diphterie kann es nur dann geben, wenn die Mutter selbst eine Diphterie durchgemacht hat oder geimpft war!
Heute haben über 99% der Ärzte noch nie eine Diphterie gesehen, selbst ein ausgewachsener Tetanus wird heute erst in späten Stadien erkannt.
Und das Problem bei der Diphterie ist nicht die akute Erkrankung mit Kehlkopfbefall, sondern die praktisch immer auftretenden toxinbedingten Schäden an Herz und Nieren, die auch als Folge "blander" Infektionen auftreten - und auch nach erfogreicher antibiotischer Behandlung
Nehmen Sie mal ein Lehrbuch aus der präantibiotischen Ära zurhand, gibt es in jedem gut sortierten Antiquariat...
Avatar #612016
erohde-baran
am Freitag, 10. Mai 2019, 08:03

Menschenverstand

Selbst als Ärztin erscheint es inzwischen schwierig, falsch von richtig zu unterscheiden. Nichtsdestotrotz bewegen sich hier viele in einer Luxusdiskussion.
Impfen senkt die Sterblichkeit unserer Kinder. Das ist Fakt. Dass das Impfen eventuell - vielleicht - möglicherweise in Form späterer chron. Krankheiten haben könnte, sollte niemanden vom Impfen abhalten. Zucker macht das in viel größerer Dimension - ohne Vorteile wie das Impfen zu haben.
Ich hatte letztens ein Kleinkind mit starkem Pseudokrupp bei einer sehr chaotischen Familie. Kind "aus Überzeugung" gegen nichts geimpft, B-Plan hatten sie aber auch keinen. Was machen diese Menschen denn erst bei Diphterie? Beten?
Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 10. Mai 2019, 01:22

@Mitdenker

Ich habe mir das Abstract der zitierten Studie angesehen, die 2012 erschienen ist und bisher ganze 22 mal zitiert worden ist.
Die scheinbare Reduktion der PD-Fälle durch durchgemachte Kinderkrankheiten ist sehr fragwürdig - immerhin setzt diese Annahme voraus, dass sich unter den Patienten der Kontrollgruppe ja durchaus auch Menschen mit noch nicht diagnostizierter PD befunden haben können und die durchgemachte Masernerkrankung in der Kindheit nicht verifiziert wurde. Bei der gewählten Gruppengröße ist der "Fehler zweiter Art" deutlich größer als die gefundene inverse Korrelation von Masern und PD. Es könnte genau umgekehrt sein, ohne dass die Studie das hätte bemerken müssen.
Avatar #575588
rol1
am Donnerstag, 9. Mai 2019, 09:42

erneuter Linkversuch

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medienpolitik/Fake-News-Macher-packt-aus-,klagemauertv100.html
Avatar #575588
rol1
am Donnerstag, 9. Mai 2019, 09:38

@Pro-Natur

Oh je, jetzt wird hier schon der Verschwörungssender kla.tv
verlinkt, siehe
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medienpolitik/Fake-News-Macher-packt-aus-,klagemauertv100.html
LNS
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