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Zahlreiche Verletzte bei Angriff der Taliban auf Hilfsorganisation in Kabul

Mittwoch, 8. Mai 2019

/dpa

Kabul – Taliban-Kämpfer haben in der afghanischen Hauptstadt Kabul den Sitz einer inter­nationalen Hilfsorganisation angegriffen. Das teilte das afghanische Innenministe­rium heute mit. Ziel sei die die Nichtregierungsorganisation (NGO) Counterpart Inter­na­tional gewesen. Diese hat ihren Hauptsitz in Arlington im US-Bundesstaat Virginia und arbeitet mit der Entwick­lungs­behörde USAID zusammen. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Angriff.

Sicherheitskräfte hatten laut Innenministerium die Lage nach einem sechs Stunden lan­gen Einsatz wieder unter Kontrolle. Demnach wurden alle Angreifer getötet. 18 weitere Menschen seien verletzt worden.

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Rund 150 Mitarbeiter der Nichtregierungsorganisation (NGO) seien von Spezialeinheiten der Polizei aus dem Gebäude im Zentrum der Stadt in Sicherheit gebracht worden, teilte das Ministerium auf seiner Facebook-Seite weiter mit. Weiteren Angaben zufolge wurde nahe dem Angriffsort auch ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug gefunden, das die Polizei kontrolliert sprengen wollte.

Ein Augenzeuge berichtete, er habe drei Explosionen und Schüsse gehört. Zudem habe er Rauch aus einem Gebäude steigen sehen. Eine Twitter-Nutzerin schrieb, alle Fenster ihrer Wohnung seien als Folge der Detonation zersprungen und ein Teil des Dachs sei einge­stürzt.

Laut einem Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums wurden neun Verletzte in verschiedene Krankenhäuser Kabuls gebracht. Die italienische NGO Emergency sprach dagegen von 15 Verletzten, die allein in das von ihr betriebene Krankenhaus unweit des Angriffsortes gebracht worden seien.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich Afghanistans Große Ratsversammlung Loja Dschirga für eine sofortige und konsequente Feuerpause während des Ramadans ausgesprochen, der am vergangenen Montag begonnen hat. Die radikalislamischen Taliban hatten jedoch angekündigt, ihren „heiligen Krieg“ auch im muslimischen Fastenmonat fortzusetzen. Aktuell führen Vertreter der USA und hochrangige Taliban in Katars Hauptstadt Doha Gespräche über einen möglichen Frieden in Afghanistan.

Der US-Botschafter in Afghanistan, John Bass, sowie die UN-Mission in Afghanistan (Unama) verurteilten den Angriff der Taliban auf die Einrichtung. „Die ins Visier genom­mene Organisation hilft lokalen Gemeinden, bildet Journalisten aus und unterstützt das afghanische Volk. Das macht es zu einem Ziel sinnloser Gewalt“, schrieb Bass auf Twitter. Unama nannte die Attacke auf Twitter „besonders erbärmlich, Zivilisten anzugreifen, die Afghanen helfen, und dann auch noch während des Ramadans“.

Der Angriff ist bereits der fünfte in Afghanistans Hauptstadt seit Jahresbeginn. Bei diesen jüngsten Attacken starben mindestens 28 Menschen. Mehr als 230 wurden verletzt. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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