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Politik

Apotheker entwickeln Web-App zur Verwaltung elektronischer Rezepte

Mittwoch, 8. Mai 2019

/makistock, stockadobecom

Berlin – Deutschlands Apotheker wollen allen Patienten künftig eine „kostenfreie, wett­bewerbsneutrale und leicht bedienbare Web-App“ anbieten, mit der sie ihre Rezepte on­line einsehen und einlösen können. Wie der Vorsitzende des Deutschen Apothekerver­bandes (DAV), Fritz Becker, heute in Berlin ankündigte, soll mit der Internet-Anwendung jeder Patient sein elektronisches Rezept in jeder beliebigen Apotheke einlösen und bei­spielsweise auch nachfragen können, ob ein Arzneimittel vorrätig ist.

Geplant seien auch Zusatzfunktionen wie Einnahmeerinnerungen oder Hinweise zum Ablaufdatum der Medikamente. „Ende 2019 oder spätestens Anfang 2020“ will der DAV mit der ersten Version der Anwendung starten.

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Das elektronische Rezept (E-Rezept) ist in einem Gesetzentwurf für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung vorgesehen. Demnach sollen die Spitzenverbände des Gesund­heits­systems verpflichtet werden, bis Ende Juni 2020 „die Maßnahmen durchzuführen, die erforderlich sind, damit ärztliche Verordnungen für apothekenpflichtige Arzneimittel in elektronischer Form übermittelt werden können“.

Bislang gab es für die Einführung des E-Rezepts noch keinen festgelegten Termin. Auch fehlte eine einheitliche Lösung, wie der Patient seine E-Rezepte lesen, verwalten und einlösen kann. Das soll sich mit der Web-App des DAV nun ändern.

Sie solle „allen Apotheken diskriminierungsfrei und wettbewerbsneutral zur Verfügung stehen“, versprach Becker. Er rief die Verbandsmitglieder zur Kooperation auf: „Nur, wenn möglichst alle hinter dem Projekt stehen und mitmachen, haben wir Erfolg.“ Die Apothe­ken können sich bereits auf einer Internetseite registrieren.

Patienten hätten hohe Ansprüche an das System. „Patienten fordern die Sicherheit ihrer Daten, die freie Wahl ihrer Apotheke und die Unabhängigkeit der heilberuflichen Leis­tung. Sie möchten ihre E-Verordnung lesen können. Sie möchten entscheiden, welcher Apotheke sie diese Verordnung übergeben, oder aber, diese möglicherweise gar nicht einzulösen“, erklärte Becker.

Die Nutzeroberfläche und Funktionen sowie die Bedienung der geplanten App sollen für Smartphones optimiert sein, aber auch die Nutzung von Tablets, Laptops und klassischen Computern erlauben. Nutzer müssen dabei keine neue Software herunterladen, sondern können die Anwendung im Internetbrowser verwenden.

Für Basisfunktionen wie die Suche nach einer Apotheke, Kontaktaufnahme mit einer Apotheke oder später auch die Übermittlung von Informationen zur Vorbestellung von E-Rezepten soll keine Registrierung des Patienten nötig sein. Familienmitglieder sollen auch die Rezepte für ihre Verwandten ohne Anmeldung verwalten können. Zur Legiti­ma­tion und Einsichtnahme soll die elektronische Gesundheitskarte der gesetzlich Kranken­versicherten eine „Schlüsselrolle“ einnehmen.

Laut einer heute veröffentlichten Umfrage des Digitalverbands Bitkom würden zwei Drittel der Bundesbürger das E-Rezept nutzen. © afp/aerzteblatt.de

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