NewsHochschulenVertretung der Medizinstudenten gegen Landarztquote in Sachsen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Vertretung der Medizinstudenten gegen Landarztquote in Sachsen

Mittwoch, 8. Mai 2019

/Thomas Reimer, stock.adobe.com

Dresden/Leipzig – Studierendenvertretungen der Mediziner haben sich gegen eine Land­arztquote in Sachsen ausgesprochen. In Deutschland bestehe kein absoluter, sondern ein relativer Ärztemangel, wie die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland und die Fachschaftsräte Medizin sowie Zahnmedizin und Humanmedizin in Dresden und Leipzig heute mitteilten. Dafür seien vor allem mangelnde Anerkennung, unattraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie fehlende strukturelle Anreize verantwortlich.

Die Vertretungen kritisierten den Versuch, bestehende Probleme zu ignorieren und am Kern des Problems vorbei Politik zu machen. „Eine Vorabquote löst langfristig den Versorgungs­notstand auf dem Land nicht“, erklärten sie.

Anzeige

Vor allem die berufliche Festlegung vor Studienbeginn stelle einen „unverhältnismäßigen Eingriff in die freie Berufswahl“ dar, was der nötigen Motivation entgegenstehe. Auf dem Land brauche es engagierte Ärzte, „die nicht nur ihre ,Quotenjahre' absitzen“. Nötig seien eine Reform der Lehre, neue Karriere- und Entwicklungschancen sowie eine bessere Aus- und Weiterbildung.

Nach der von der CDU ins Spiel gebrachten Landarztquote soll ein gewisser Anteil an Medizinstudienplätzen mit der Verpflichtung vergeben werden, nach dem Abschluss zehn Jahre im ländlichen Raum zu arbeiten. Der Koalitionspartner SPD lehnt das ab. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #550935
Dr. med. Armin Conradt
am Mittwoch, 8. Mai 2019, 19:53

Richtig erkannt.

Die angehenden Mediziner sehen die Strukturprobleme der medizinischen Versorgung klarer als der Ge­sund­heits­mi­nis­ter kann oder die GKV will.
Ärzte wollen nicht in strukturschwache Regionen. Und dies nicht, weil sie ethische Defizite besitzen, sondern einen gesunden Menschenverstand, der ihnen spätestens zusammen mit der finanzierenden Hausbank vermittelt, dass man ohne Privatpatienten keine Praxis bewirtschaften kann.
Solange die GKV nur ein Viertel der fairen Privathonorare zahlt, wird 08/15-Medizin zum Standard und Praxen in strukturschwachen (auch städtischen) Regionen Mangelware.
LNS

Nachrichten zum Thema

23. Mai 2019
Saarbrücken – Förderprogramme alleine genügen nicht, um mehr Mediziner zur Niederlassung in ländlichen Regionen zu bewegen. Das geht aus dem neuen Versorgungsbericht 2019 der Kassenärztlichen
KV Saarland betont Bedeutung der Kommunen beim Kampf gegen den Ärztemangel
23. Mai 2019
Weimar – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen hat sich vor dem Hintergrund der neuen Bedarfsplanungsrichtlinie dafür ausgesprochen, dass nun auch die Mittel
Neuer Bedarfsplanung muss das Geld folgen
20. Mai 2019
Dresden – Der Freistaat Sachsen fördert die Digitalisierung in den Krankenhäusern in diesem und im kommenden Jahr zusätzlich mit je zehn Millionen Euro. Im laufenden Doppelhaushalt stehen mit den je
Sachsens Krankenhäuser bekommen mehr Geld für Digitalisierung
20. Mai 2019
Berlin – Die Zahl der Allgemeinärzte steigt allmählich an. Dazu haben neben der finanziellen Förderung von Weiterbildungsstellen in Praxen und Krankenhäusern auch bessere Weiterbildungsstrukturen
Die Zahl der Hausärzte steigt allmählich
16. Mai 2019
Berlin – Eine Mehrheit von niedergelassenen Ärzten (53 Prozent) berichtet, dass der Wert ihrer Praxis im Verlauf der Selbstständigkeit gesunken ist. Das geht aus einer bundesweiten Befragung von 1.008
Viele Ärzte überschätzen Abgabewert ihrer Praxis
14. Mai 2019
Tel Aviv/Berlin – Der Weltärztebund (World Medical Association, WMA) hat die Regierungen der Staatengemeinschaft aufgerufen, den Ärztemangel Ernst zu nehmen und mehr Mediziner auszubilden. „Eine
Gesundheitsfachkräfte können Ärzte nicht ersetzen
13. Mai 2019
Berlin – Eine Fehlsteuerung bei der ärztlichen Versorgung, aber keinen generellen Ärztemangel sieht der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann. „Der Ärztemangel ist ein Märchen. Heute haben wir so
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER