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Vertretung der Medizinstudenten gegen Landarztquote in Sachsen

Mittwoch, 8. Mai 2019

/Thomas Reimer, stock.adobe.com

Dresden/Leipzig – Studierendenvertretungen der Mediziner haben sich gegen eine Land­arztquote in Sachsen ausgesprochen. In Deutschland bestehe kein absoluter, sondern ein relativer Ärztemangel, wie die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland und die Fachschaftsräte Medizin sowie Zahnmedizin und Humanmedizin in Dresden und Leipzig heute mitteilten. Dafür seien vor allem mangelnde Anerkennung, unattraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie fehlende strukturelle Anreize verantwortlich.

Die Vertretungen kritisierten den Versuch, bestehende Probleme zu ignorieren und am Kern des Problems vorbei Politik zu machen. „Eine Vorabquote löst langfristig den Versorgungs­notstand auf dem Land nicht“, erklärten sie.

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Vor allem die berufliche Festlegung vor Studienbeginn stelle einen „unverhältnismäßigen Eingriff in die freie Berufswahl“ dar, was der nötigen Motivation entgegenstehe. Auf dem Land brauche es engagierte Ärzte, „die nicht nur ihre ,Quotenjahre' absitzen“. Nötig seien eine Reform der Lehre, neue Karriere- und Entwicklungschancen sowie eine bessere Aus- und Weiterbildung.

Nach der von der CDU ins Spiel gebrachten Landarztquote soll ein gewisser Anteil an Medizinstudienplätzen mit der Verpflichtung vergeben werden, nach dem Abschluss zehn Jahre im ländlichen Raum zu arbeiten. Der Koalitionspartner SPD lehnt das ab. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Montag, 3. Juni 2019, 20:18

Hervorragende Analyse der Medizinstudierenden!

"mangelnde Anerkennung, unattraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie fehlende strukturelle Anreize"
Will man Ärzte bekommen, braucht es also
- Anerkennung (das hat mit Honorar zu tun)
- attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen (also ein entsprechendes Einkommen)
- strukturelle Anreize (wo die letzte Kneipe geschlossen hat, wo der Bäcker und Metzger das Weite gesucht haben und es weder Kindergarten noch eine Schule gibt, wird man sich als Arztnachwuchs auch nicht wohl fühlen)
Avatar #550935
Dr. med. Armin Conradt
am Mittwoch, 8. Mai 2019, 19:53

Richtig erkannt.

Die angehenden Mediziner sehen die Strukturprobleme der medizinischen Versorgung klarer als der Ge­sund­heits­mi­nis­ter kann oder die GKV will.
Ärzte wollen nicht in strukturschwache Regionen. Und dies nicht, weil sie ethische Defizite besitzen, sondern einen gesunden Menschenverstand, der ihnen spätestens zusammen mit der finanzierenden Hausbank vermittelt, dass man ohne Privatpatienten keine Praxis bewirtschaften kann.
Solange die GKV nur ein Viertel der fairen Privathonorare zahlt, wird 08/15-Medizin zum Standard und Praxen in strukturschwachen (auch städtischen) Regionen Mangelware.
LNS

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