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Medizin

Übergewicht vor der Schwangerschaft erhöht Komplikationsrisiko

Donnerstag, 9. Mai 2019

/falonkoontz, stockadobecom

Rotterdam – Immer mehr Frauen sind bereits vor einer Schwangerschaft zu dick. Der präkonzeptionelle Body-Mass-Index (BMI) war in einer Metaanalyse im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2019; 321: 1702-1715) sogar ein häufigerer Grund für Schwangerschafts­komplikationen als eine übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft.

Bislang ging die Forschung davon aus, dass vor allem eine übermäßige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft das Komplikationsrisiko erhöht. Eine vor 2 Jahren veröffentlichte Metaanalyse kam zu dem Ergebnis, dass es zu 30 % häufiger zu Kaiserschnitten und zu 95 % häufiger zu Makrosomien kommt, wenn die Schwangere zu stark zunimmt (JAMA 2017; 317: 2207-2225), was in den USA mittlerweile bei fast jeder zweiten Schwangeren der Fall ist.

Ebenso häufig haben Schwangere schon vor der Schwangerschaft Gewichtsprobleme. Eine vom europäischen „LifeCycle Project“ durchgeführte Metaanalyse kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass der präkonzeptionelle BMI der wichtigere Risikofaktor ist.

Das Team um Romy Gaillard vom Medizinischen Zentrum der Erasmus-Universität in Rotterdam hat 25 Kohortenstudien ausgewertet, die Daten zu 196.670 Frauen mit Einzelschwangerschaften zusammengetragen hatten. Nur 2 Drittel der Frauen im Alter von durchschnittlich 30 Jahren hatten ein Normalgewicht (BMI 18,5-24,9), die anderen waren selten zu dünn und meistens zu dick. Immerhin 6 % hatten eine Adipositas vom Grad 1 (BMI 30,0-34,9), und bei 2 % lag sogar eine Adipositas vom Grad 2 (BMI 35,0–39,9) oder von Grad 3 (BMI 40 oder höher) vor.

Das Gewicht hatte einen signifikanten Einfluss auf die Schwangerschaftskomplikationen, zu denen Gaillard Präeklampsie, Schwangerschaftshypertonie, Kaiserschnitt, Frühgeburt (vor der 37. Woche) oder ein für die Größe zu niedriges oder zu hohes Geburtsgewicht zählte. Bei den präkonzeptionell normalgewichtigen Frauen lag die Prävalenz bei 34,1 %, bei den wenigen untergewichtigen Frauen bei 34,7 %. Von den übergewichtigen Frauen stieg die Prävalenz auf 42,0 % und bei den Frauen mit den 3 Adipositasgraden auf 50,2 %, 56,8 % und 61,1 % an.

Eine übermäßige Gewichtszunahme während der Schwangerschaft beeinflusst das Risiko zusätzlich. Sie erklärte jedoch nur etwa 10 bis 20 % der Unterschiede. Bei normal­gewichtigen Frauen kam es am seltensten zu Komplikationen, wenn sie während der Schwangerschaft zwischen 10 und 18 kg zunahmen. Untergewichtige sollten zwischen 14 und 16 kg zunehmen.

Bei Übergewichtigen war ein Anstieg des Körpergewichts während der Schwangerschaft um 2 bis 16 kg optimal. Frauen mit einer Adipositas vom Grad 1 sollten 2 bis 6 kg zunehmen. Bei der Adipositas vom Grad 2 sind 0 bis 4 kg am besten und bei der Adipositas vom Grad 3 sollten es zwischen 0 bis 6 kg sein. © rme/aerzteblatt.de

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