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Politik

Merkel sieht Einsatz für Gesundheit weltweit als „Gebot der Menschlichkeit“

Donnerstag, 9. Mai 2019

Angela Merkel /dpa

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat erneut das deutsche Engagement bei der Umsetzung des Nachhaltigkeitsziels „Gesundheit für alle“ der Vereinten Nationen (UN) bekräftigt. Sie sprach gestern beim Kongress „Globale Gesundheit stärken – UN-Nachhaltigkeitsziel umsetzen“ der CDU/CSU-Fraktion in Berlin.

Die Bundesregierung habe das Thema bewusst auf die Agenda der G7- und der G20-Staaten gesetzt mit dem Ziel, konkrete Schritte zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeits­ziele einzuleiten, sagte Merkel. Die Weltgesundheits­organisation (WHO) will Generalse­kretär Tedros Adhanom Ghebreyesus zufolge im September dazu einen Aktionsplan vor­legen.

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„Gesundheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe, in nationaler wie auch in globaler Hinsicht“, erklärte Merkel. Auf Ebene der Einzelstaaten gelte es, Gesundheitssysteme zu stärken, damit Menschen angemessen medizinisch versorgt und Krankheitsrisiken abgesichert werden könnten. Die Gesundheit der Bevölkerung liege auch im volkswirtschaftlichen Interesse. Ohne sie sei Entwicklung nicht möglich. Dazu komme der Kampf gegen grenzüberschreiten­de Gesundheitsgefahren wie Pandemien oder Antibiotikaresistenzen.

Deutschland investiere jährlich rund eine Milliarde Euro in internationale Gesundheits­pro­­jekte, sagte die Kanzlerin. Dabei wolle man keine zentralen Lösungen vorgeben, son­dern mit den Betroffenen vor Ort partnerschaftlich zusammenarbeiten. Nur dann könne Hilfe nachhaltig wirken. Sie freue sich über den weitreichenden Konsens innerhalb der Bundesregierung, dem Thema Globale Gesundheit einen hohen Stellenwert einzuräumen. „Das ist auch ein Gebot der Mensch­lichkeit“, sagte die Kanzlerin.

119 Angriffe auf Ebolazentren im Kongo

Viel Lob für das deutsche Engagement kam von WHO-Generalsekretär Ghebreyesus. Deutschland sei einer der größten Unterstützer und Geldgeber der UN-Organisation, sagte er. Das Land unterstütze auch großzügig den Kampf gegen den jüngsten Ebolaausbruch in der Demokratischen Republik Kongo, der durch Mythen, politische Flügelkämpfe und militärische Konflikte zusätzlich erschwert werde.

„Seit Januar hat es im Kongo 119 Angriffe gegen Gesundheitseinrichtungen gegeben“, er­klärte Tedros. „Und jeder Angriff verschafft dem Ebolavirus einen Vorteil.“ Einige Hilfs­orga­nisationen hätten sich aufgrund der Angriffe bereits aus dem Kongo zurückgezogen. „Aber das ist keine Option“, meinte der WHO-General­sekretär. Seit neun Monaten dauere der Kampf gegen die hochgefährliche Infektions­krankheit bereits an. Glücklicherweise habe sie sich noch nicht in die Nachbar­länder ausgebreitet. Aber man verfüge im Gegen­satz zu dem Ausbruch in Westafrika mit Zehntausenden Toten inzwischen über bessere Behandlungsmöglichkeiten und eine Impfung.

„Wir müssen in bessere Gesundheitssysteme investieren. Nur damit können wir eine ebo­la­freie Gesellschaft erreichen“, sagte Tedros. Vor diesem Hintergrund habe es für die WHO oberste Priorität, allen Menschen einen Zugang zur Gesundheitsversorgung zu ermögli­chen, wie es die UN-Nachhaltigkeitsziele vorsehen. „Gesundheit ist ein Menschenrecht, das immer noch viel zu vielen Menschen vorenthalten wird“, betonte der WHO-General­sekretär. Um dieses Ziel zu erreichen, benötige die WHO aber neben dem politischen Rückhalt der UN-Mitgliedstaaten auch eine gesicherte finanzielle Grundlage.

Ausrottung der Masern scheitert an Ländern wie Deutschland

Der Stellenwert, den die Bundesregierung dem Thema Globale Gesundheit einräumt, zeigte sich auch an der Anwesenheit zahlreicher Minister. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU), Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und Bundesfor­schungs­­ministerin Anja Karliczek (CDU) bekräftigten jeweils für ihr eigenes Ressort den Mehrwert, den internationales Engagement in der Gesundheitspolitik schaffen kann.

So betonte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Spahn am Beispiel des insbesondere von der WHO vorangetriebenen Kampfes gegen Polio, dass es gelingen könne, Krankheiten aus­zu­rotten. „Dass die Ausrottung der Masern jedoch an Ländern wie Deutschland scheitert, treibt mich um“, sagte Spahn.

Entwicklungsminister Müller verwies auf die Möglichkeiten digitaler Technik bei der Ver­sorgung von Patienten in strukturschwachen Regionen. So könne man beispielsweise Drohnen zur Lieferung von Medikamenten einsetzen oder Smartphones zur Krankheits­dokumentation nutzen.

Forschungsministerin Karliczek kündigte an, den Förderschwerpunkt Globale Gesundheit in ihrem Ressort weiter auszubauen. Dazu gehöre es auch, gezielt Forschungskapazitäten in Afrika zu fördern, um dort die Ausbildung von Fachpersonal zu fördern. © HK/aerzteblatt.de

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