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Politik

Grüne wollen Brillen als Kassenleistung für alle Versicherten

Donnerstag, 9. Mai 2019

/dpa

Berlin – Brillen sollen nach Vorstellung der Grünen wieder für alle Versicherten eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden. „Gutes Sehen darf kein Luxus sein“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Maria Klein-Schmeink, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Sie kritisierte, nach den aktuellen Regelungen müssten Versicherte fast blind sein, um Leistungen der GKV zu erhalten. Die dann gewährten Zuschüsse seien mickrig und mit einem unverhältnismäßig großen bürokratischen Aufwand verbunden.

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„Das muss sich ändern. Wer auf eine Brille angewiesen ist, sollte Anspruch auf solidarisch getragene Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung haben“, sagte die Grünen-Politikerin. In einem Antrag für den Bundestag schlagen die Grünen einen schrittweisen Ausbau der Leistungen vor, damit die Kosten für die GKV nicht sprunghaft ansteigen.

In einem ersten Schritt sollten diejenigen einen Anspruch auf vollständige Kostener­stattung bekommen, die eine Brille mit mindestens fünf Dioptrien benötigen. Die Hälfte der Kosten sollen bei einer Fehlsichtigkeit ab zwei Dioptrien übernommen werden.

Außerdem wollen die Grünen Hartz-IV-Empfänger entlasten. „Die Vorschläge bedeuten spürbare Verbesserungen für über 40 Millionen Menschen mit Sehbeeinträchtigung in Deutschland, die sich keine Sorgen mehr machen müssten, dass die Anschaffung einer neuen Brille zur Einkommensbelastung wird.“ Das Ziel müsse eine vollständige Erstattung der Kosten für allen Versicherten sein.

Vor 2004 hatten die Kassen an alle Versicherten je nach Stärke der Fehlsichtigkeit bis zu 100 Euro je Glas gezahlt. Angesichts von hohen Defiziten in der Krankenversicherung wurden die Zuschüsse für Erwachsene aber damals abgeschafft, was Einsparungen von rund 500 Millionen Euro brachte. Seitdem werden die Kosten nur noch bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren erstattet.

Seit 2017 erhalten Erwachsene mit extrem starken Sehbeeinträchtigungen wieder Leistungen. Die Brillengestelle müssen aber immer aus der eigenen Tasche bezahlt werden. © afp/dpa/may/aerzteblatt.de

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