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Politik

Krankenhäuser haben Angst vor Liquiditätsproblemen

Donnerstag, 9. Mai 2019

/dpa

Berlin – Die Geschäftsführer der deutschen Krankenhäuser sorgen sich, durch die Heraus­nahme der Pflegepersonalkosten aus den Fallpauschalen im kommenden Jahr in Liquidi­täts­probleme zu kommen.

„Die Herausnahme der Pflegepersonalkosten ist ein unge­heu­rer Eingriff in das DRG-System“, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesell­schaft (DKG), Gerald Gaß, heute auf der Jahrestagung des Verbandes der Krankenhaus­direktoren Deutschlands (VKD) in Berlin. „Ich kann Ihnen nicht sagen, wie im Jahr 2020 Ihre Budgets aussehen werden. Und ich fühle mich nicht gut dabei.“

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Mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz hat die Bundesregierung ab dem Jahr 2020 die Einführung eines Pflegebudgets vorgesehen, bei dem die Krankenhäuser hausindividuell die Pflegepersonalkosten mit den Krankenkassen vor Ort verhandeln.

Die bislang in den Diagnosis Related Groups (DRG; diagnosebezogene Fallgruppen) ein­gepreisten Pflegepersonalkosten sollen zuvor in einem aufwendigen Verfahren aus den einzelnen Fallpauschalen herausgerechnet werden. Da jedes Krankenhaus ein anderes Leistungsportfolio anbietet, ist jedes Haus von dieser Maßnahme in unterschiedlichem Maß betroffen.

Übergangsgelder sind zu niedrig

„Wir können nicht absehen, was diese Regelung für die einzelnen Krankenhäuser bedeu­ten wird“, sagte Gaß. „Die Krankenhausfinanzierung ist ein sehr kompliziertes Feld. Im DRG-System sind viele Sachverhalte miteinander verknüpft. Wenn Sie einen Baustein herausbrechen, kann es sein, dass das ganze Gebäude ins Wanken gerät.“  

Für die Übergangszeit, in der die Verhandlungen über das Pflegebudget noch nicht ab­geschlossen sind, sollen die Krankenhäuser 130 Euro je vollstationärem Belegungstag erhalten. Dadurch sollen Liquiditätsprobleme der Krankenhäuser im kommenden Jahr verhindern werden, wie die Regierungsparteien erklärten.

Aus Sicht der Krankenhaus­direktoren ist dieser Betrag jedoch nicht ausreichend. „Die 130 Euro sind nicht annähernd kostendeckend“, erklärte der Kaufmännische Direktor des Universitätsklinikums Aachen, Peter Asché. Wenn es bei diesem Betrag bleibe, werde es im kommenden Jahr zu einer gigantischen Unterdeckung der Personalkosten kommen. „Ich habe das Gefühl, dass die Tragweite der Auswirkungen dieser Regelung auf die Liquidität der Krankenhäuser überhaupt nicht wahrgenommen wird“, kritisierte Asché.

Gaß rief die Krankenhäuser dazu auf, „darauf zu achten, dass das gemeinsame Ziel, mehr Pflegekräfte beschäftigen zu können, nicht darin endet, dass die Krankenhäuser am Ende weniger Geld für die Pflege erhalten“.

In jedem Fall werde es eine große Diskussion darüber geben, was ins Pflegebudget gehöre und was nicht. Gaß erwartet, dass es zu vielen Schiedsstellenentscheidungen kommen wird und die ersten Budgets insofern erst im Jahr 2021 vorliegen werden.

„Wir appellieren an das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, die Umstellung des Systems nicht erst nach eineinhalb Jahren zu evaluieren, sondern viel unmittelbarer“, forderte der DKG-Präsident. Denn bei Problemen mit der Liquidität der Krankenhäuser müsse man schnell gegensteuern. © fos/aerzteblatt.de

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