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Politik

Gesundheitsver­sorgung zwischen Belgien und Rheinland-Pfalz enger verzahnt

Freitag, 10. Mai 2019

/underworld, stockadobecom

Mainz – Eine engere Verzahnung bei der Gesundheitsversorgung im Grenzgebiet von Rheinland-Pfalz zu Belgien haben die rheinland-pfälzische Ge­sund­heits­mi­nis­terin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) und Antonios Antoniadis, Ge­sund­heits­mi­nis­ter der Deutsch­sprachigen Gemeinschaft Belgiens, beschlossen.

 „Das Land ist in der Pflicht, die medizini­sche Versorgung für die Bevölkerung sicherzu­stellen. Bei der stationären Versorgung kann dies auch mithilfe eines grenzübergreifen­den Leistungsangebotes möglich sein“, so Bätzing-Lichtenthäler. 

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„Sollten bestimmte Behandlungsmöglichkeiten in der eigenen Region nicht zur Verfü­gung stehen, kann es durchaus sinnvoll sein, die jenseits der Grenze zu nutzen“, sagte Antoniadis. Allerdings gebe es immer noch Hemmnisse, die den Zugang zu Gesundheits­dienst­leistungen jenseits der Grenze erschwerten, zum Beispiel seien Vorabgenehmi­gun­gen zur Behandlung im Ausland nötig und die im Ausland erbrachten Leistungen müssten mit den Krankenkassen im Heimatland abgerechnet werden.

Verbesserungen soll es jetzt in der Geburtshilfe geben. Auf rheinland-pfälzischer Seite haben in den vergangenen Jahren mehrere Krankenhäuser ihre Geburtshilfe geschlossen, zuletzt die in Daun. „Es ist sehr positiv, dass es mit dem Krankenhaus in St. Vith eine Alternative für Entbindungen gibt, die für manche Orte in der Eifel sogar die nächstgelegene ist“, sagte Bätzing-Lichtenthäler.

Allerdings würden in Belgien nach geltendem Recht von den Patientinnen Eigenanteile von den Entbindenden erhoben. „Wir haben uns entschlossen, den schwangeren Frauen aus der Eifel diese Eigenanteile aus originären Landesmitteln zu erstatten, wenn sie in St. Vith entbinden“, so die rheinland-pfälzische Ge­sund­heits­mi­nis­terin.

Außerdem sehe eine auf zunächst ein Jahr befristete vertragliche Regelung mit den rheinland-pfälzischen Krankenkassenverbänden vor, weiterhin erforderliche Vorabgeneh­mi­gungen mithilfe des Krankenhauses St. Vith auszustellen, was den Verwaltungsauf­wand deutlich reduziere.

„Das Land Rheinland-Pfalz hat einen Vertrag mit den Krankenkassen vorbereitet, auf dessen Basis den schwangeren Frauen aus der Eifel der Zugang zur Geburtshilfe in St. Vith möglichst unbürokratisch ermöglicht“, so die Ministerin.

Übergeordnetes Ziel sei, eine grenzüberschreitende Gesundheitszone zu etablieren, in der die Bürger auch die medizinischen Leistungsangebote jenseits der Grenze nieder­schwellig nutzen könnten. © hil/aerzteblatt.de

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