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Medizin

Wut könnte der Gesundheit älterer Menschen mehr schaden als Trauer

Freitag, 10. Mai 2019

Älterer Mann droht mit dem Zeigefinger /DenisProduction.com, adobe.stock.com
/DenisProduction.com, stock.adobe.com

Leipzig/Montreal – Wer im fortgeschrittenen Alter ab 80 Jahren täglich wütend ist, hat auch vermehrt Entzündungen und chronische Krankheiten. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Concordia University und der Universität Leipzig in einer Studie, die in Psychology and Aging erschienen ist (2019; doi: 10.1037/pag0000348).

Bei jüngeren Senioren (59 bis 79 Jahre) bestätigte sich der Zusammenhang nicht, und auch Traurigkeit stand im Gegensatz zu Wut in keinem Zusammenhang mit Entzündungen oder chronischen Krankheiten.

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Die Forscher hatten Daten von 226 Menschen im Alter von 59 bis 93 Jahren aus Montreal analysiert. Eine Woche lang dokumentierten die Teilnehmer in Fragebögen, wie wütend oder traurig sie sich fühlten. Die Entzündungswerte wurden parallel im Blut gemessen sowie altersbedingte chronische Erkrankungen erfasst.

Diese Studie zeige, dass bestimmte negative Emotionen von Vorteil sein können, erklärte Erstautorin Barlow. „Wut ist eine anregende Emotion, die Menschen motivieren kann, Lebensziele zu verfolgen“, sagte Meaghan Barlow von der Concordia University. Erst im fortgeschrittenen Alter würde Wut problematisch, wenn unwiderrufliche Verluste erfolgt und einige Freunde nicht mehr erreichbar wären, erklärt sie. Trauer könne älteren Menschen hingegen helfen, sich auf altersbedingte körperliche und kognitive Rückgänge einzustellen. Denn Trauer helfe dabei, sich von Zielen zu lösen, die nicht mehr erreichbar seien, so Barlow.

Die Autoren sind überzeugt, dass Bildung und Therapie älteren Erwachsenen helfen können, Wut zu reduzieren, indem sie ihre Emotionen regulieren oder bessere Bewältigungs­strategien anbieten. © gie/aerzteblatt.de

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Avatar #765496
maurerm
am Samstag, 11. Mai 2019, 14:33

Oder ist es umgekehrt?

Wenn das, was sie kurz zusammengefasst haben, das ganze Studiendesign gewesen sein sollte, dann sind die Schlüsse sehr gewagt. Eine Woche auf Wut und Traurigkeit überprüft erscheint wenig. Könnten die chron. Erkrankungen im hohen Alter nicht Wut und oder Traurigkeit vermehrt auslösen? Aber ein interessante Aspekt, der die Ganzheitlichkeit in der Medizin wieder mal in den Mittelpunkt rückt!
Vielen Dank daher für die Auswahl der Studie zum Denkanstoß!
LNS

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