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Ärzteschaft

Kritik an Schwesig wegen ihrer Sympathie für Homöopathie

Freitag, 10. Mai 2019

/dpa

Stralsund – Die Schirmherrschaft von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) für den Deutschen Ärztekongress für Homöopathie hat die Dis­kussion über diese Therapiemethode wieder aufflammen lassen. Der Deutsche Zentral­verein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) will Ende Mai in Stralsund seinen bundesweiten Kongress veranstalten, was von Schwesig begrüßt wurde.

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Die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommerns sieht die Homöopathie hingegen skeptisch und lehnt es ab, dass die Krankenkassen homöopathische Behandlungen bezahlen. Der DZVhÄ dagegen erklärt, dass in Deutschland rund 7.000 Ärzte die Homöopathie erfolg­reich anwenden. Diese Ärzte führen eine durch die Ärztekammern verliehene Zusatzbe­zeich­nung Homöopathie. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Mittwoch, 29. Mai 2019, 22:04

@Si-rei

Da die Homöopathie nicht einmal das Prinzip ihrer beanspruchten Wirkung erklären kann und auf esoterische ("Feinstofflicher Körper") und pseudowissenschaftliche ("Quantenfluktuation", "Wassergedächtnis") Konstrukte zurückgreifen muss, erhebt sich bei solchen Studienergebnissen schlicht die Frage "WO IST DER FEHLER?"
Kleiner Tip: Bei einer Gruppengröße "N=100" wird ein abweichendes signifikantes Ergebnis mit einer Wahrscheinlichkeit von 25% nicht erkannt! "Fehler zweiter Art" nennt sich das.
Bevor aus solchen Studienergebnissen Rückschlüsse gezogen werden, müssten diese Experimente multizentrisch und ausreichend "gepowert" wiederholt werden.
Allerdings sollten erst dann Mittel fürso etwas fließen, wenn eine wissenschaftlich hinreichende Erklärung für die Wirkungsweise der Potenzierung vorliegt - sonst ist das "rausgeschmissenes Geld" .
Merk: Ungenügend gepowerte Studien beweisen NICHTS - da kann man auch würfeln oder Kaffeesatz lesen (Literatur: "Der Hund, der Eier legt" von Dubben und Beck-Bornholt)
Avatar #728039
Si-rei
am Mittwoch, 29. Mai 2019, 15:18

„Klassische Homöopathie“ vs. Ritalin

Hier bitte zum Nachlesen:

https://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/sonstige_fachbereiche/homoeopathie/article/437288/homoeopathie-hyperaktive-zappelkinder.html

https://www.springermedizin.at/homoeopathie-als-therapeutische-option-bei-aufmerksamkeitsdefizi/16258238
Avatar #677446
MarHome48IBMneu
am Mittwoch, 15. Mai 2019, 12:20

Schirmherrschaft Schwesig

Dass es so schwierig ist, in der Ärzteschaft Einigkeit darüber zu erzielen, dass Homöopathie weit außerhalb aller Ansätze von vertrauenswürdiger Medizin anzusiedeln ist, ist wirklich betrüblich. Nur so kann es am Ende dazu kommen, dass Politikerinnen und Politiker, die in Fragen der Evidenzbasierung der Medizin ja selten zu Hause sind (was auch gar nicht zu erwarten ist) dahin gehend beraten werden, solche Grußworte zu schreiben. Im Falle des Grußwortes von Frau Schwesig ist festzustellen, dass hierdurch vor allem die Kindergesundheit potentiell in Gefahr gerät. Der hier zum Ausdruck kommende Vertrauensvorschuss for die Homöopathie ist durch nichts, aber auch durch gar nichts gerechtfertigt. Ich könnte das am Beispiel der bis vor kurzem hoch gelobten Haunerschen Kinderklinik in München erläuterrn. Und ich sehe zudem die Gefahr, dass durch dieses Hofieren der Homöopathie auch die Impfgegnerschaft weiter geschürt wird. Es wird Zeit, dass die Ärztekammern Farbe bekennen, wie es jetzt offenbar die ÄK Mecklenburg-Vorpommern getan hat: Globuli gehören ins Zuckerregal, wie es der Medizinjournalist Werner Bartens mal formuliert hat.

Prof. Dr. med. Norbert Schmacke
Autor von "Der Glaube an die Globuli" (suhrkamp 2015)
Avatar #728039
Si-rei
am Dienstag, 14. Mai 2019, 20:58

Eine Fallschilderung

Ich möchte Ihnen einen Fall schildern aus meiner nächsten Umgebung.
Ein Patient hat ein schmerzhaftes Ekzem am Unterleib.Der Urologe verordnet ihm über ein Jahr verschiedene Salben, die aber nur geringfügige Linderung bringen,das schmerzhafte, entzündliche Ekzem aber nicht zum Abheilen bringen.Ein anderer Facharzt verordnet ähnliches mit gleichem Mißerfolg.
Weiterhin starke Schmerzen in der Nacht.Auf die Frage was das denn sei,was sich jeder schulmedizinischen Therapie widersetzt, kommt die gereizte,eher durch Hilflosigkeit induzierte Antwort: „Das ist „Lichen Sclerosus“,Herr S..... Das geht nicht mehr weg.Sie müssen die Zähne zusammenbeißen“.
Damit und den Kortisonsalben wurde er allein gelassen.

Ich habe ihm einen „klassischen Homöopathen“(ein Dr.med.) empfohlen,der mich vor 10 Jahren erfolgreich homöopathisch behandelte.
Hier die übliche hom. Prozedur. Anamnese (die eher eine Charakteranalyse ist) 2 Std.,dann die Arznei (Globuli) für 3 Monate kostenlos dazu.14-tägig telefonische Beratung vereinbart.

Nach 14 Tagen bereits hatte der Patient keine Schmerzen mehr,....nach mehr als 1 Jahr.
Eine Routineuntersuchung,ein halbes Jahr später ,beim besagten Facharzt, ergab,das daß Ekzem noch sichtbar ist,aber keine Entzündung,kein Nässen und keine weitere Ausbreitung.
Der Patient ist mittlerweile 89 Jahre alt und die ganze Zeit schmerzfrei.

Jetzt sagen sie mir, warum dieser Mediziner nicht honoriert werden soll,von der Solidargemeinschaft.
Avatar #577276
Charpantier
am Montag, 13. Mai 2019, 14:00

FINANZIERUNGSFRAGE - Evidenzbasierte Schulmedizin oder KOMPLEMENTÄRE HEILVERFAHREN

Jeder erfahrene Arzt, Krankenpfleger oder sonstige "Heilberufler" weiß, dass eine allein rational begründete Behandlung nicht für alle Patienten bzw. Situationen ausreicht. Mitunter kann ein freundliches Wort, ein Händedruck, ein kurzes Handauflegen ... sogar viel schneller zum Erfolg führen, als eine aufwändige (mitunter auch sehr kostenintensive) "schulmedizinische" Behandlung.

In ihrer täglichen Praxis nutzen die allermeisten Kollegen/-innen ohnehin beide Wege gemeinsam, machen ihre Arbeit als Schulmediziner (erstellen dementspr. auch ihre Liquidation) und bieten gleichzeitig auch "komplementärmedizinische Aspekte" an (oft sogar kostenfrei, einfach weil es ihnen selbst Spaß macht).

ABER: In einem aufgeklärten Staat (!), der sein Gesundheitssystem aus PFLICHTBEITRÄGEN finanziert, können grundsätzlich nur streng evidenzbasierte Leistungen aus diesen Töpfen finanziert werden !!

Wir leben längst in einer Zeit der "Budgetverantwortung", d.h. der RATIONIERUNG schulmedizinisch sinnvoller Leistungen. Wie bitte soll ich einem Patienten nach seinem Herzinfarkt erklären, dass er nur noch 2 statt 4 Wochen zur Reha darf, weil künftig die GKV (oder Beihilfestelle) ihr Geld lieber für Bach-Blüten, Reiki-Behandlung oder homöopathische Globuli ausgibt.

Bitte nicht missverstehen: Ich will niemendem absprechen, dass ALTERNATIVE HEILVERFAHREN ihm helfen, aber bitteschön NICHT zu Lasten der PFLICHTVERSICHERUNG !!!
Avatar #759489
MITDENKER
am Montag, 13. Mai 2019, 12:01

Wieder einmal unpraktische Ratschläge bzw. Rundumschläge von "Practicus"

Und wieder startet er seinen Feldzug gegen vermeintlich irrationale Therapiemethoden, Practicus ist einfach ein Held der Aufklärung und des Rationalismus. Aber Vorsicht, die Revolution fraß ihre Kinder...

Nicht um Practicus zu überzeugen (was NIE funktionieren würde), sondern für interessiert mitlesende hier ein kleiner Überblick über den Forschungsstand zur Homöopathie:

Hier kann man sich den Forschungsreader herunterladen:
https://www.dzvhae.de/

Die angewandten schulmed. Therapien stehen sogar schlechter da, die Evidenzbasierung ist lächerlich niedrig. Links dazu spare ich mir. Nur ein kleines Bonmot:

Niederösterreichische Allgemeinmedizinerin Dr. Melanie Wölk für Masterarbeit ausgezeichnet:

Die Homöopathie erfüllt alle Kriterien der evidenzbasierten Medizin! Zu diesem Ergebnis kommt die Allgemeinmedizinerin Dr. Melanie Wölk, die im Rahmen ihrer Masterarbeit zur Erlangung des akademischen Abschlusses Master of Science im Universitätslehrgang Natural Medicine, Donau-Universität Krems, die Frage untersucht hat, ob die Homöopathie den Regeln der Evidence based Medicine (EbM) entspricht. Für diese Arbeit wurde Wölk mit dem Dr. Peithner Sonderpreis für Forschung in der Homöopathie ausgezeichnet.

“Gibt es Studien mit Evidenzgrad Ia und Ib, die die Wirksamkeit der Homöopathie nachweisen? Oder steht tradiertes Erfahrungswissen, die Eminenz, vor der wissenschaftlichen Evidenz?”, diese Fragen stellte die Ärztin Melanie Wölk an den Anfang ihrer Recherche und untersuchte Metaanalysen und Reviews der Evidenzklasse Ia, alle zwischen Januar 2010 und Februar 2016 publizierten randomisierten doppelblinden und kontrollierten klinischen Studien der Evidenzklasse Ib, der Schweizer HTA-Bericht 2006 und die Studie der Australischen Gesundheitsbehörde NHMRC 2015, sowie je zwei populäre Studien, die von Kritikern (Shang 2005, Ernst 2002) und Verteidigern (Frass Sepsisstudie 2005, Linde 1997) der Homöopathie häufig zitiert werden. Ihre Literaturrecherchen erfolgten in speziellen Datenbanken: MEDLINE, Pub-Med, Cochrane Database of Systematic Reviews sowie Cochrance Central Register of controlled Trials.

Das Ergebnis steht fest. Die Homöopathie erfüllt alle Kriterien der evidenzbasierten Medizin! Wölk: “Die Diskussion über die Existenzberechtigung der Homöopathie scheint nicht auf einer vorurteilsfreien und fairen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Thematik zu beruhen, sondern ein irrationaler und höchst emotionaler Streit um Weltbilder zu sein.”

Dem letzten Satz kann ich mich nur anschließen.
Avatar #79783
Practicus
am Montag, 13. Mai 2019, 01:37

Erbärmlich genug

dass "Homöopathie" weiterhin eine offizielle ärztliche Zusatzbezeichnung ist und für die Anwendung von Akupunktur "Diplome" in magisch-mythischer Scharlatanerie gefordert werden...
Weltweit gibt es keine einzige auf Behandlerseite korrekt verblindete Anwendungsstudie für Akupunktur - und raffiniert randomisiert und verblindet durchgeführte Studien haben gezeigt, dass die Wirkung der Akupunktur NICHTS mit dem homöopathischen Arzneimittel zu tun hat...
Was wirkt, ist die Zuwendung des Arztes und die dafür zur Verfügung stehende Zeit.
Die KrankenKassen zahlen im Jahr 700 Mio EUR für homöopathische Behandlungen (an 7000 Ärzte mit Jodeldiplom), weigern sich aber, ALLEN Ärzten mehr als 20 Minuten ärztliches Gespräch pro Patient und Quartal zu bezahlen (Stundensatz 54 EUR, Handwerker lachen sich tot).
Was Kurse bewirken sollen, die so sinnvoll sind wie das Auswendiglernen eines Telefonbuchs, ist bei völlig fehlender wissenschaftlicher Grundlage dieser esoterischen Therapien sehr fragwürdig.
Es gibt kein Qi, keine Meridiane, keine physikalisch vorstellbaren Effekte der Potenzierung... und schon gar keinen "Animus" oder Astralkörper oder sonstigen magisch-mythischen Quatsch. Es ist traurig, dass wissenschaftlich ausgebildete Ärzte tatsächlich solchen Quatsch mitmachen.
Wenn Ärzten - wie beim Impfen vorgesehen - das Verbreiten unwissenschaftlicher Dummheiten verboten werden soll, dann möge sich das bitte auch auf diesen Quatsch beziehen - Homöopathie, TCM, Akupunktur, Antroposophie und sonstiger Blödsinn....
Avatar #728039
Si-rei
am Sonntag, 12. Mai 2019, 15:10

„Klassische Homöopathie“ muß eine geschützte medizinische Bezeichnung werden.

Solange die Bezeichnung „klassische Homöopathie“ nicht geschützt und durch eine entsprechende Ausbildung oder gar Studium legitimiert ist,sollte sie Privatsache sein.

Ein Arzt,der noch den Ehrgeiz hat, einem chronisch kranken Patienten doch noch zu helfen, sollte die Möglichkeit haben sich klassisch ausbilden zu lassen.Diese, im Verhältnis, wenigen Fälle,die sehr zeitintensiv sind, sollte die Solidargemeinschaft, unbürokratisch,nach Begründung durch den ausgebildeten Arzt, übernehmen.

Der Homöopathie ist,dadurch das sich jeder Homöopath nennen darf, bereits genug Schaden zugefügt worden,durch Pseudomediziner und Esotheriker,die Hundescheiße („Excrementum caninum“) und Dreck aus der Berliner Mauer („Murus Berlinensis“) zu homöopathischen Arzneien verarbeitet und unters Volk gebracht haben.

Die Wirkung der „klassischen Homöopathie“,durch einen entsprechend ausgebildeten Arzt oder Heilpraktiker ist eindeutig nachweisbar und muß entsprechend honoriert werden.

Avatar #112256
vandyk
am Sonntag, 12. Mai 2019, 12:25

Schwesig Schirmfrau für den Homöopathiekongress

Gaaanz unpolitisch, die Ministerpräsidentin Frau M. Schwesig hat die Schirmfrauschaft übernommen, um ihrer Partei (SPD) in ihrem jetzigen Zustand mit kleinsten Dosen gesund zu machen.
Bei bekannter "hoher" Wirksamkeit der Homöopathie wird das für die SPD das endgültige "AUS" sein.
Avatar #683778
Freudi
am Samstag, 11. Mai 2019, 00:19

Hahnemann in Ehren, aber....

Auch und gerade für Frau Schwesig sollte gelten: Glauben ist gut, wissen ist besser!
Avatar #687997
Pro-Natur
am Freitag, 10. Mai 2019, 22:24

Schwesigs Sympathie für Homöopathie macht sie sympathisch

Schulmediziner für die Medizin-Diktatur! Dann können Sie lange auf Patienten warten. Leere Wartezimmer aber zumindest mehr Freizeit zum Nachdenken.
LNS

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