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Medizin

Frühgeburt steigert das Risiko für chronische Nierenerkrankungen im späteren Leben

Montag, 13. Mai 2019

/Nenov Images, stockadobecom

New York – Eine Geburt vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche ist ein starker Risikofaktor für die Entwicklung von chronischen Nierenerkrankungen von der Kindheit bis in die Mitte des Erwachsenseins. Das berichten Wissenschaftler um Casey Crump von der Icahn School of Medicine am Mount Sinai in New York im British Medical Journal (2019; doi: 10.1136/bmj.l1346).

Auf der Grundlage landesweiter Geburtsdaten analysierten die Forscher Daten von mehr als 4 Millionen Lebendgeburten in Schweden in den Jahren 1973 bis 2014. Die Fälle von chronischen Nierenerkrankungen identifizierten sie aus den landesweiten Krankenhaus­akten bis 2015 (Höchstalter 43 Jahre).

Insgesamt hatten 4.305 (0,1 %) der Teilnehmer die Diagnose einer chronischen Nieren­erkrankung, was eine Gesamtinzidenzrate von 4,95 pro 100.000 Personenjahre über alle Altersgruppen (0-43 Jahre) entspricht.

Nach Berücksichtigung anderer Faktoren, die wichtig sein könnten, fanden die Forscher heraus, dass eine Frühgeburt mit einem fast 2-fach erhöhten Risiko für eine Nieren­er­krankung in der Erwachsenenmitte verbunden war (9,24 pro 100.000 Personenjahre). Eine extrem frühe Geburt (weniger als 28 Wochen) war mit einem 3-fach erhöhten Risiko in der Mitte des Erwachsenenalters verbunden (13,33 pro 100.000 Personenjahre).

Die Assoziation zwischen Frühgeburt und chronischer Nierenerkrankung war am stärksten bis zum Alter von 9 Jahren, dann schwächer, blieb aber auch im Alter von 10 bis 19 Jahren und 20 bis 43 Jahren erhöht. Diese Assoziationen betrafen Männer und Frauen und schienen nicht mit gemeinsamen genetischen oder Umweltfaktoren in Familien zusammenzuhängen.

Die Wissenschaftler weisen aber darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die per se keine Kausalität klärt. Der große Stichprobenumfang und die lang­fristigen Folgemaßnahmen veranlassen die Forscher jedoch trotzdem zu dem Schluss, dass Frühgeburten „starke Risikofaktoren für die Entwicklung von chronischen Nieren­erkrankungen von der Kindheit bis in die Mitte des Erwachsenenalters sind“.

„Frühgeborene Menschen brauchen ein langfristiges Follow-up für Überwachungs- und Vorbeugemaßnahmen, um die Nierenfunktion über den gesamten Lebensweg zu erhalten“, raten die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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