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Politik

Spahn will weitere Mindestmengen auf den Weg bringen

Freitag, 10. Mai 2019

/morganka, stockadobecom

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, in der zweiten Hälfte dieses Jahres weitere Mindestmengenregelungen auf den Weg zu bringen. „Wir werden für mehr Indikationen als bislang Mindestmengen einführen“, sagte Spahn ges­tern auf der Jahrestagung des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) in Berlin.

Bislang gibt es acht Indikationen, zu denen der Gemeinsame Bundes­aus­schuss Mindest­mengen festgelegt hat, unter anderem zu Leber- und Nierentransplantationen oder zu der Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.250 Gramm. Nur Krankenhäuser, die die festgelegten Mindestmengen erreichen, dürfen die entsprechenden Leistungen abrechnen.

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Seit Langem gibt es eine Diskussion um die Validität der Grenzwerte. „Die Logik, bei 50 Operationen darf man, bei 49 nicht, ist nicht nachvollziehbar und dient auch nicht der Sicherung der Versorgung“, schrieb die Deutsche Krankenhausgesellschaft zum Beispiel im Jahr 2017. Spahn will sich von einer solchen Diskussion nicht von der Ausweitung von Mindestmengen abhalten lassen.

„Wenn in einem Krankenhaus eine komplizierte Operation 20 Mal im Jahr durchgeführt wird, kann mir niemand sagen, dass dies in der gleichen Qualität geschieht wie in einem Krankenhaus, das diese Operation 200-mal im Jahr durchführt“, sagte er. Zwar gebe es Übergangsbereiche, doch grundsätzlich mache die Anzahl der Operationen einen qualita­tiven Unterschied.

Spahn brachte die Mindestmengenvorgaben auch in einen Zusammenhang mit der Strukturbereinigung im stationären Bereich. Qualitätsvorgaben wie Mindestmengen seien die einzige Möglichkeit für den Bund, die Strukturbereinigung voranzutreiben, sagte er. © fos/aerzteblatt.de

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Avatar #672734
isnydoc
am Dienstag, 14. Mai 2019, 18:11

Was bei "kritischem" Punkt passiert, wenn ...

die Menge ganz knapp überschritten wird, hat bereits Klaus Lage vor Jahren erfolgreich thematisiert:
https://www.youtube.com/watch?v=CuHB8LxuIXs
Avatar #729795
KDLN68
am Montag, 13. Mai 2019, 10:13

Struktturbereinigung

Wohl wahr, bei den Änderungen der ökonomischen und nun auch der Qualitätsbedingungen ging und geht es natürlich um Strukturbereinigung. Unter diesem Deckmantel läßt sich das doch politisch ohne größeren eigenen Schaden und Angriffsfläche bewerkstelligen.

Dies hat nur wenig mit sinnvoller Krankenhausplanung zu tun. Denn wenn es um Medizin und Qualität gehen würde, geschweige denn der Bürger/ Patient im Mittelpunkt stehen würde, dann verbieten sich bestehende Gesetze und andere würden den Rahmen geben.
Doch darum geht es wohl in Politik nicht.
Avatar #88767
fjmvw
am Freitag, 10. Mai 2019, 21:27

Oh, es geht gar nicht um Qualität sondern um Stilllegung von Krhs.

Zitat: "Qualitätsvorgaben wie Mindestmengen seien die einzige Möglichkeit für den Bund, die Strukturbereinigung voranzutreiben, sagte er."

Sehr schön. Jetzt wird das Argument "Qualität" missbraucht, um Krankenhäuser zu schließen. So etwas schafft doch richtig viel Vertrauen. :-)

Wenn Spahn morgen behauptet, die Qualität der Krankenhäuser lasse insgesamt zu wünschen übrig, es müsse mehr ambulant gemacht werden, dann ist das wahrscheinlich auch der einzige Weg, um die Leistungen in den ambulanten Bereich zu verlagern.

Hätte ich als kleines Kind so argumentiert, hätte es gehießen, ich würde lügen. Ist man erst einmal Minister, wird daraus "der einzige Weg", um Ziele zu erreichen. Hätte ich das schon als Kind gewusst - aus mir wäre bestimmt ein erfolgreicher Politiker geworden.
:-)
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